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Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
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94 | Wien im Ständestaat Anlage, die ein Entstehen von 1936 bis 1938 angibt. Seine These: Die Anlage wurde als Familienasyl begonnen und ab 1937 in ein Kleinwohnungshaus umgeplant und -gebaut.319 Nach dem Scheitern der Familienasylbauten wäre ein Umschwenken auf den, in den nächsten Kapiteln ausführlich beschriebenen, Kleinwohnungsbau durchaus denkbar. Stellt er doch eine effektive Finanzierungsmöglichkeit zur Errichtung von Wohnbauten dar. 2.2.2.2 Bundesgesetze für den Kleinwohnungsbau Ein Aktionskomitee der technischen Körperschaften Österreichs, der Innung und Wiener Zunft der Baumeister, der Ingenieurkammer, des Österreichischen Ingenieur- und Architekten- Vereines und der Zentralvereinigung der Architekten Österreichs (ZVAÖ) hatte Anfang 1937 ein Programm entwickelt, in dem die Wiederbelebung des städtischen Wohnungsbaupro- gramms vorgesehen war. Dieses sollte auf privatwirtschaftlicher Ebene durch Förderungen der öffentlichen Hand durchgeführt werden.320 Im März 1937 wurde dafür das Kleinwoh- nungshausförderungsgesetz (KlWFG)321 initiiert. Zur leichteren Abwicklung der Vergabe der zweistelligen Hypotheken an Private wurde der Bundesförderung am 14. August 1937 mit der Gründung der Baukredit-Bank322 eine leistungsfähige Baukreditstelle zur Seite gestellt.323 Mit dem Bundesgesetz wurde eine Regelung geschaffen, um Wohnungen bis zu einer Größe von 80 m² und Einfamilienhäuser zu fördern, die bis Ende 1938 beziehbar sein mussten.324 Im Pflichtgutachten für den Gesetzesentwurf des Berichterstatters Friedrich Funder vom Februar 1937 wurde in Bezug auf das Wohnbauförderungsgesetz von 1929 fest- gestellt, dass die verwendeten Mittel großteils für Spekulationsbauten ausgegeben wurden und deshalb ein strenges Einhalten der Vorgaben des neuen Gesetzes gefordert. Es wurde zugegeben, dass dem großen finanziellen Aufwand des Bundes, vor allem durch das Stei- gen der Bodenpreise in der Umgebung der durch öffentliche Gelder finanzierten Bauten, eine nur geringe Zahl an Wohnungen gegenüberstand. Gleichzeitig wurde eine ästhetische 319 Die idente Lagebeschreibung und Wohnungszahl des in der Eigenpublikation der Stadt Wien erwähnten Asyls und der Wohnungsanlage ist für ihn ein weiteres Indiz, vgl.: Mistelbauer, Wohnbau, 2016, Diplomarbeit, S. 60, 104. 320 Arbeitsbeschaffung, in: Österreichische Bauzeitung, 2. Jg. Wien, Jänner 1937, Nr. 1, S. 1 f. 321 Bundesgesetz betreffend die Förderung der Errichtung von Kleinwohnungshäusern (KlWFG.)., in: Bundesgesetzblatt für den Bundesstaat Österreich, 17. März 1937, Stück 21, Nr. 74, S. 317–319; Verordnung der Bundesminister für sozi- ale Verwaltung und für Finanzen zur Durchführung des Bundesgesetzes über die Förderung der Errichtung von Klein- wohnungshäusern (1. KlWFG), in: Bundesgesetzblatt für den Bundesstaat Österreich, 25. März 1937, Stück 23, Nr. 85, S. 325–341; Verordnung der Bundesministers für soziale Verwaltung zur Durchführung des Bundesgesetzes über die Förderung der Errichtung von Kleinwohnungshäusern (2. KlWFG), in: Bundesgesetzblatt für den Bundesstaat Öster- reich, 25. März 1937, Stück 23, Nr. 86, S. 342. 322 Die Befugnisse der Baukredit-Bank reichten von der Finanzierung durch Darlehen über die Trägerschaft von Bauvorha- ben bis hin zur Projektüberprüfung einzelner Pläne, vgl.: Österreichische Baukredit-Bank (Hg.), Statut der Oesterreichi- schen Baukredit-Bank, Wien, 1937, S. 3–5. 323 Österreichische Baukredit-Bank hat die Geschäftstätigkeit aufgenommen, in: Österreichische Bauzeitung, 2. Jg. Wien, September 1937, Nr. 34, S. 410. 324 Vallazza, Wir bauen auf, 1986, Dissertation, S. 209. Open Access © 2017 by Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Wien Köln Weimar
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Das Schwarze Wien Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Title
Das Schwarze Wien
Subtitle
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Author
Andreas Suttner
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien - Köln - Weimar
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20292-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
296
Categories
Geschichte Nach 1918
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