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Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
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Geschosswohnungsbau im Ständestaat | 101 so eher der NS-Verwaltung zugute.354 Dies führte dazu, dass einige der veranschlagten Wohnhäuser bis 1939/40 fertig gestellt werden konnten. Die Wirksamkeit der Fonds hielt sich aber durch die kurze Zeitspanne, in der nur wenige Bauvorhaben verwirklicht werden konnten, in Grenzen. Im Verlauf des Jahres 1938 kam es durch das Bundesgesetz zur Förderung mehrerer Privathäuser in Wien, die vor allem im XIII. Bezirk mit elf Projekten situiert waren. Die weiteren acht Ansuchen waren ebenfalls in Außenbezirken angesie- delt.355 2 2 3 Architekten, Architektur und Wohnungstypen 2.2.3.1 Architekten im Ständestaat Welche Umbrüche folgten der Etablierung des Ständestaats in der Architektenschaft? Das Wissen um Brüche und Kontinuitäten wird zwar in der Literatur immer wieder anhand einzelner Fallbeispiele thematisiert, es existieren aber noch keine umfassenden Studien. Im Folgenden habe ich daher versucht, einen ungefähren Vektor festzustellen, wobei damit bei Weitem kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden kann. Viele oppositionell eingestellte Architekten verließen, verstärkt nach dem Bürgerkrieg im Februar 1934, Österreich Richtung Deutschland, Frankreich, USA, Sowjetunion und Tschechoslowakei. Die Verbleibenden, ehemals für das Rote Wien bauenden Sozialdemo- kraten, konnten wenige öffentliche Aufträge requirieren. Großaufträge wurden meist an politisch konforme Architekten vergeben, trotzdem wurden international renommierte Sozialdemokraten wie Walter Loos, Hans Adolf Vetter, Ernst Plischke, Max Fellerer und Oswald Haerdtl nicht in ihrer Arbeit behindert.356 Der Österreichische Werkbund, der die Neue Sachlichkeit anhand der Wiener Werkbund- siedlung von 1932 verdeutlicht hat, zerbrach 1933 zunehmend an internen Konflikten politischer wie auch persönlicher Natur. Der am 24. Februar 1934 von Josef Hoffmann neu gegründete Neue österreichische Werkbund hatte bereits eine andere politische Ausrich- tung. Mittels einer national-konservativen Eigensäuberung wurden unerwünschte Mitglieder wie etwa sozialdemokratische und jüdische Architekten357 entfernt. Josef Frank, er war 354 Akt: Kleinwohnungsbauförderung; Verständigung von Bauwerbern, in: AdR BMfsV 1, 7. BWSA, Schachtel: 2405. 355 Liste der seit 15. September 1938 bewilligten Ansuchen um Übernahme der Bürgschaft bzw. Gewährung eines Zu- schusses nach dem WFG 1938, in: AdR BMfsV 1, 7. BWSA, Schachtel: 3404. 356 Plischke erhielt im Ständestaat den Staatspreis für Architektur 1935 und Haerdtl 1937, vgl.: Iris Meder, Offene Welten – Die Wiener Schule im Einfamilienhausbau 1910–1938, Stuttgart, 2003, Dissertation, S. 549, 553 f. Von den genannten Architekten konnten trotzdem nur noch Max Fellerer (Genossenschaftshaus Leopoldau, Wohnhaus Rechte Wienzeile 7 – Faulmanngasse 5–7 mit Clemens Holzmeister und Philipp Diamantstein) und Walter Loos (Einfamilienhaus für den Assanierungsfonds XIX., Dionysius-Andrassy-Straße 13) öffentliche Aufträge ausführen. 357 Kurzbiografien der ArchitektInnen finden sich mitsamt mehr oder weniger vollständigen Werksverzeichnissen in: Weihsmann, Das Rote Wien, 1985; Weihsmann, In Wien erbaut, 2005; www.architektenlexikon.at. Ursula Prokop forscht verstärkt am jüdischen Erbe der Wiener Architektur, vgl.: Ursula Prokop, Zum jüdischen Erbe in der Wiener Architektur
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Das Schwarze Wien Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Title
Das Schwarze Wien
Subtitle
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Author
Andreas Suttner
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien - Köln - Weimar
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20292-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
296
Categories
Geschichte Nach 1918
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