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Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
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Page - 106 - in Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938

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106 | Wien im Ständestaat Ansicht nach bereits die Sparsamkeit des Volkswohnungsbaus der NS-Architektur vor- wegnahm.383 Diese stilistische Querverbindung zwischen Privat- und Gemeindebauten war weitge- hend durch die Verbauung des Modenaparks in Wien III eingeleitet worden und setzte sich forciert im Umbau der Operngasse auf den ehemaligen Freihausgründen fort. Ende der 1920er Jahre entstanden noch Privatbauten im Stil des Historismus, die aber schon aus dem Formenrepertoire des kommunalen Wohnungsbaus schöpften.384 Dazu fanden eigenständige architektonische Lösungen Eingang ins Baugeschehen.385 Ihren Abschluss fand diese erste Phase des Wiener Privathausbaus mit der Errichtung der III., Salesianergasse 18 und mit der V., Gassergasse 2–8.386 Die glatten, neusachlichen Gebäude Clemens Holzmeisters,387 Ernst Epsteins388 und Arnold Karplus389 fallen schon in eine weitere Phase. Im III. Bezirk waren es die beiden Mietshäuser von Siegfried C. Drach390 und Alexander Osterberger Am Modenapark 10 von 1931 und in der Neulinggasse 52/Salesianergasse 11391 von 1935, die vor allem wegen ihrer technischen Lösungen beispielhaft sind.392 Das Wohnhochhaus von Theiss und Jaksch in der I., Herrengasse 6–8 von 1931/32 ist ebenfalls als beispielgebend anzusehen und hat, wie im nächsten Kapitel beschrieben, auch stilistisch auf die Bauten des Assanie- rungsfonds Einfluss ausgeübt. 2.2.3.3 Stil der Assanierungsbauten Die Geschossbauten im Ständestaat wurden betont schlicht und ohne aufwendigen Dekor ausgeführt, laut Barbara Feller und Erich Bernard eine „bewußte Abkehr vom Pathos der Gemeindewohnanlagen“ des Roten Wien.393 383 Ebd., S. 119. 384 III., Weyrgasse 5, 1924, Ernst Arnold Egli; V., Margarentengürtel 36, 1926/27, Ernst Lichtblau. 385 III., Petrusgasse 1, 1927/28, Franz Gessner; III., Am Modenapark 7, 1930/31, Rudolf Frass; V., Gassergasse 33–35, 1929–1933, Gustav Schläfrig, Hanns Reisner. 386 1930/31, Karl Limbach, Ludwig Tremmel. 387 IV., Faulmanngasse 5; IV., Rechte Wienzeile 7, 1935–1937, Clemens Holzmeister, Max Fellerer, Philipp Diamantstein 388 Wohnhausanlagen der Versicherungsangestellten Phönix III., Rochusgasse 17 und Allianz- und Giselaverein III., Traun- gasse 7, 1933, Ernst Epstein. 389 III., Am Modenapark 14, 1937, Arnold Karplus. 390 Drach wendete sich schon bei der Konzeption der privaten Siedlung Malfatti XIII., Franz-Schalk-Platz 1–15 1930–1932 von einer historischen Architektur Richtung schmucklose, sachliche Baukörper ab, vgl.: Weihsmann, Das Rote Wien, 2002, S. 303. 391 Der siebengeschossige, sachliche Stahlbeton-Skelettbau wurde von 1935 bis 1938 errichtet. Er war mit einer Stahl- blechverkleidung am Portal und Vestibül sowie einer hofseitig verglasten Vorhangfassade ausgeführt. Das für die 1930er Jahre als sehr sachlich und funktional konzipierte Mietshaus gilt als Vorwegnahme des internationalen Stils nach 1945, vgl.: Bundesdenkmalamt (Hg.), Dehio Wien II. bis IX. und XX. Bezirk, Wien, 1993, S. 121; Institut für österrei- chische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes (Hg.), Österreichische Kunsttopographie, Bd. XLIV, 1980, S. 634. 392 Institut für österreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes (Hg.), Österreichische Kunsttopographie, Bd. XLIV, 1980, S. 102 f., 622. 393 Feller, Bernard, Brüche, in: Österreichischer Kunsthistorikertag (Hg.), „Kunstrealitäten“, 1997, Tagungsband, S. 125. Open Access © 2017 by Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG, Wien Köln Weimar
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Das Schwarze Wien Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Title
Das Schwarze Wien
Subtitle
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Author
Andreas Suttner
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien - Köln - Weimar
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20292-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
296
Categories
Geschichte Nach 1918
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