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Geschosswohnungsbau im Ständestaat | 107
Während sich die schlichte stilistische Ausgestaltung der durchgehend vom Stadtbauamt
der Stadt Wien ab 1934 errichteten Familienasyle weitgehend an die Hofverbauungstypen
des Roten Wien anlehnte, zeigt die Verbauung des Assanierungsgebietes IV., Operngasse
das gesamte stilistische Repertoire des privaten, ständestaatlichen Wohnbaus innerhalb
des Assanierungsfonds und des Kleinwohnungshausförderungsgesetzes 1937. Die Verbauung
der Operngasse orientierte sich, laut Plischke, weitgehend an zeitgenössischen Beispielen
der Stadtsanierung Italiens394 und Frankreichs.
Der in den unteren Geschossen der Wohn- und Geschäftshäuser situierte Bereich für
Geschäfte und Büros wurde durch unterschiedliche Fassadenverkleidungsmaterialien und
Gesimsgliederung von dem darüberliegenden Wohnbereich abgesetzt. Für die Verkleidung
der Geschäftszeilen wurde Stein verwendet, für die Gestaltung des Wohnbereiches Farb-
394 Die moderne Architektur des Assanierungsfonds lehnte sich ebenfalls an die der italienischen Avantgardisten an, vgl.:
Bericht des „Zentralverbandes bildender Künstler Österreichs“, in: AdR Sonderarchiv Moskau, Schachtel: 559/1/7.
Abb. 36 Die Bärenmühle in
der IV., Operngasse wurde erst
1938 fertig gestellt und von der
NS-Verwaltung propagandistisch
vereinnahmt. (Martin Gerlach
1938).
Das Schwarze Wien
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
- Title
- Das Schwarze Wien
- Subtitle
- Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
- Author
- Andreas Suttner
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien - Köln - Weimar
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20292-9
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 296
- Categories
- Geschichte Nach 1918