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Das Schwarze Wien - Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
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Geschosswohnungsbau im Ständestaat | 115 ab.436 Damit konnte ebenfalls eine sachliche Neugestaltung von Fassaden durch den Haus- reparaturfonds gerechtfertigt werden, die mit der Unwirtschaftlichkeit der Erhaltung der künstlerisch wertlosen Gassenschauflächen437 und der Ankurbelung der Bauindustrie mit gleich- zeitiger Eindämmung der Arbeitslosigkeit begründet wurde.438 Die Versachlichung diente im schwarzen Wien aber eher dazu, das Bild einer verstärkten Bautätigkeit durch forcierte Modernisierung der Fassaden präsent zu halten. Teilweise musste sogar der barocke Fas- sadenschmuck439 der abgerissenen Häuser am neuen, sachlichen Haus wieder angebracht werden, um mit diesem Zugeständnis die Assanierungsobjekte gefällig zu machen.440 Inhalte der Kunst am Bau konnten durch die Gemeinde, die KünstlerInnen zur Ausfüh- rung künstlerischer Arbeiten heranzog und deren Entwürfe prüfte, weitgehend kontrolliert werden. Möglich wurde dies durch die Übertragung der Künstlerförderung von der Magis- tratsabteilung 24 Architektur auf die Magistratsabteilung 50 Kulturamt, die gleichzeitig in den Dienst des Assanierungfonds gestellt wurde.441 Eine zentrale Künstlerkammer, wie sie bereits 1933 als Triebfeder der Kulturpolitik angedacht wurde, kam jedoch nie zustande. Vielmehr wurden Kultur und Kunst nur politisch verwertet.442 Neben anfänglicher Wei- terführung der Instrumente des Roten Wien wurde der Kunstbetrieb zusehends zwischen Unterrichtsministerium, Museen, Akademien und KünstlerInnenverbänden eingeengt. Innerhalb der Vaterländischen Front war dafür der Architekt Clemens Holzmeister im Fachbeirat Bildende Kunst zuständig, im VF-Werk Neues Leben443 der Künstler Carry Hauser. keit der bildenden KünstlerInnen zu begegnen. Dies sollte durch die Zweckbindung eines gesetzlich vorgeschriebenen Prozentsatzes der Errichtungskosten von Wohnhäusern zu deren Ausschmückung erreicht werden, vgl.: Bericht des „Zentralverbandes bildender Künstler Österreichs“, in: AdR Sonderarchiv Moskau, Schachtel: 559/1/7. Die Arbeitslosig- keit resultierte nicht zuletzt aus dem Ende des kommunalen Wohnbaus Anfang der 1930er Jahre. Aufgabe der Künst- lerInnen sollte die ideologische Ausgestaltung der im Ständestaat propagierten Österreich-Ideologie sein. Dadurch konnten sie gleichzeitig in den Arbeitsprozess reintegriert werden, vgl.: Gabriele Stöger-Spevak, Skulptur und Politik – Neoklassizistisches Pathos und gemäßigte Moderne, in: Kos (Hg.), Kampf, Ausstellungskatalog, 2010, S. 241 f. 436 Feller, Kunst-am-Bau, in: Tabor (Hg.), Kunst und Diktatur, Bd. 1, 1994, S. 283–285. 437 Magistrat der Stadt Wien (Hg.), Wiener Hausreparaturfonds, 1937, S. 8 f. 438 Ebd., S. 5. 439 Darunter auch das Sandsteinrelief zweier ballspielender Löwen am I., Laurenzerberg 3 – Hafnersteig 10, 1935–1937, Felix Angelo Pollak, Assanierungsfonds, vgl.: Heinrich Pawlik, Die Löwen von Wien, in: Die Wohnung, 6. Jg., Nr. 3, März 1935, S. 8; siehe Bauliste. 440 Vallazza, Wir bauen auf, 1986, Dissertation, S. 191–193. 441 Statistische Abteilung der Gemeindeverwaltung des Reichsgaues Wien, Verwaltungsbericht, 1941, S. 125. 442 Alfred Pfoser, Gerhard Renner, „Ein Toter führt uns an!“ Anmerkungen zur kulturellen Situation im Austrofaschismus, in: Talos, Neugebauer (Hg.), Austrofaschismus, 2005, S. 342 f. 443 Guido Zernatto gründete 1936 die Teilorganisation Neues Leben kurz nach seiner Berufung als Generalsekretär der Vaterländischen Front nach dem Vorbild der deutschen nationalsozialistischen Organisation Kraft durch Freude und des italienisch faschistischen Dopolavoro. In den Organisationen wurden Freizeit, Erholung und Massentourismus ge- schickt mit Wehrertüchtigung und den ideologischen Zielen der diktatorischen Systeme verknüpft, vgl.: Robert Kriech- baumer, Ein Vaterländisches Bilderbuch – Propaganda, Selbstinszenierung und Ästhetik der Vaterländischen Front 1933–1938, Wien, Berlin, Zürich, 2002, S. 31 f.
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Das Schwarze Wien Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Title
Das Schwarze Wien
Subtitle
Bautätigkeit im Ständestaat 1934–1938
Author
Andreas Suttner
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien - Köln - Weimar
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20292-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
296
Categories
Geschichte Nach 1918
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