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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 - Eine andere Literaturgeschichte
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OpenAccess © 2019byBÖHLAUVERLAGGMBH&CO.KG,WIENKÖLNWEIMAR 408 BRAUCHTUM UND GESELLIGKEIT Tauchan, tauchan, mein liebäSchifmann, sunstkemmänötweitä, wied'spanischenReitä, tauchan, tauchan mein liebäSchifmann! Tauchan, tauchan mein liebäSchifmann, sunstkemmänötweitä wied'spanischenReitä, tauchan, tauchan mein liebäSchifmann. Hollaus– holl aus– tauchantauchan.15 3 kemmä] kommen wir d'spanischen Reitä] hölzerne Annäherungshindernisse aus x-förmig zusammenge- bundenenStangenzurLagerbefestigungundAngriffsabwehr Weitaus häu ger als diese Lieder mit quasi-authentischem Rufmaterial sind solche Lie- der überliefert, die während kollektiver Beschäftigung oder nach getaner Arbeit zum Zeitvertreib gesungen wurden. Dass diese nicht ursächlich mit der Beschäftigung im Zusammenhang stehen mussten, belegt etwa eine witzige Szene aus Anton von Buchers Geistlichem Vorspiel (vgl. Kap.1), wo die Zimmerleute sich beim Bau der Arche sehr zum Missfallen Noahs mit recht unpassenden Liedern unterhalten. Mit dem liebens- werten Grüß dich Gott, mein liebe Regerl stimmen sie ein Lied an, das sich bis weit ins 19.JahrhundertimVolksgesanghielt,esfolgenLiebesleidliederundeinRätsellied,bevor ihrArbeitgebersicheingeistlichesLiedausbedingt.16 Lieder, die die jeweilige Arbeit nicht nur mehr oder weniger explizit thematisieren, sondern Arbeitsabläufe auch klanglich imitieren und das Ergebnis präsentieren, gehö- ren zu den beliebtesten Arbeitsliedern und wurden nicht nur im ländlichen Kontext vom Volk gesungen, sondern auch auf den Bühnen gerne gesehen. Beispiele aus dem Umfeld des Kärntnertortheaters wurden bereits in Kap.4 vorgestellt; hier ein weiteres ausderBurleskeDerweiblicheSatanas, inderBernardon– vermutlichalsoJosephFelix von Kurz, der vielleicht auch als Autor verantwortlich zeichnet – einen standesstolzen Weberverkörpert: 15 Musikarchiv Stift Kremsmünster, G 35/311. Erstmals abgedruckt bei Moser, Corydon, S.186– 198. Zu den weiteren Überlieferungsträgern vgl. Peter Dormann: Franz Joseph Aumann (1728– 1797). Ein Meister in St. Florian vor Anton Bruckner. Mit thematischem Katalog der Werke. München/Salzburg: Katzbichler 1985,S.418. 16 Vgl.Bucher,GeistlichesVorspiel, S.160– 163.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800 Eine andere Literaturgeschichte
Title
Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Subtitle
Eine andere Literaturgeschichte
Authors
Christian Neuhuber
Stefanie Edler
Elisabeth Zehetner
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2019
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20630-9
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
652
Keywords
Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
Categories
Geschichte Historische Aufzeichnungen
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800