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566 FEHDEN UND FEINDSCHAFTEN
der evangelischen Gotteshäuser, die bis 1848/49 nicht als Kirchen kenntlich gemacht
werdendurften, lästert.
1
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AusdemKontextderPredigtkritik imJosephinismus
Es kann nicht verwundern, dass die katholische Seite im Glaubenskampf massiv auf
regiolektale Waffen setzte. Schon in den Jahrzehnten davor nden sich in der katho-
lischen Homiletik umgangssprachliche und dialektnahe Formulierungen zuhauf, um
das großteils illiterale Zielpublikum zu erreichen. Noch in den für den überregionalen
Buchmarkt von Autor und Drucker überarbeiteten barocken Sammelbänden von Pre-
digt- und Erbauungsliteratur ist dieses Element einer dezidiert regionalen Oralität, die
die performativen Bedingungen der Darbietung und Wahrnehmung geprägt hat, un-
übersehbar. Das homiletische Ziel einer seelsorgerischen Ausdeutung der christlichen
Heilslehre forderte um 1700 den Einsatz aller sprachlich-inszenatorischen Mittel, die
die Lebenswirklichkeit der Adressaten trafen und literarisch verwerteten. Als größter
Meister dieser Popularisierung der Kanzelrhetorik gilt bis heute der Augustinermönch
undWienerStadtseelsorgerAbrahamaSanctaClara(UlrichMegerle,1644 1709),des-
senwortgewaltigevolkstümlichePredigtensichvorallemandiestädtischeMittelschicht
35 BayerischeStaatsbibliothek,Cod.germ.7340(StubenbergerGesängerbuch),Teil2,S.45f.
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Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
Eine andere Literaturgeschichte
- Title
- Bairisch-österreichische Dialektliteratur vor 1800
- Subtitle
- Eine andere Literaturgeschichte
- Authors
- Christian Neuhuber
- Stefanie Edler
- Elisabeth Zehetner
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2019
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20630-9
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 652
- Keywords
- Germanistik, Dialektliteratur, Bairisch, Sprachwissenschaft, österreichische Dialektkunst
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen