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Steiermark, welche AVurde später 1418—1419, 1436—1449, 1453 —
1460 und 1687 — 1703 wieder Stubenberg (Jacob, Hanns, Leutold und
Georg) bekleideten. 1322 am 28. September wurden zweiStubenberg
mit Herzog Friedrich dem Schönen in der Schlacht bei Mühldorf
ge-fangen.
1412 zieht Ulrich von Stubenberg mit Herzog Ernst dem
Eisernen nach Palästina. 1418 erscheint Wolfgang von Stubenberg als
siegreicher Heerführer gegen die das erste Mal eingedrungenen Türken.
1431 führte Eckhard von Stubenberg die steirisehen Truppen gegen die
Hussiten an. 1469—1470 betheiligt sich Hans von Stubenberg als
Schwiegersohn Baumkircher's an der steirisehen Ritterempörung Zur
Zeit der Reformation schlössen sich die wichtigsten Glieder der Familie
der neuen Lehre an, und wanderten Georg und Georg Sigmund mit
dem grössten Theile des Familienvermögens und dem Hauptarchive
nach Baiern aus.
Mit dieser Auswanderung der wichtigsten Glieder der Herren
von Stubenberg erlitt die Bedeutung dieses Geschlechtes in
Steier-mark
und Oesterreich einen Todesstoss, von welchem es sich nie
mehr erholte. Yon der Bedeutung dieses edlen Geschlechtes vor der
vorerwähnten Auswanderung seiner Hauptglieder in Steiermark gibt
den besten Beweis die auf Grund des Güterbesitzes berechneten
Bei-stellungspflichtigkeiten
der steirisehen Edlen, Stifte etc. zum
Landes-aufgebot
von 1565. Nach diesen Verzeichnissen hatten die Stubenberg
52Pferde und 162 Biichsenschützen, die zunächst kommenden Windisch
-grätz
jedoch nur 16 Pferde und 59 Schützen, die Saurau 13 Pferde
und 43 Schützen, die Herberstein 11 Pferde und 51 Schützen, die
Teuffenbach 10 Pferde und 31 Schützen etc. beizustellen. Selbst der
Erzbischof von Salzburg hatte nur 24 Pferde und 122 Schützen
bei-zustellen,
somit weit weniger wie die Stubenberg.
Am 7. Juli 1708 wurde Leopold von Stubenberg in Graz, als
er aus dem geheimen Rathe nach Hause fuhr, in der Bürgergasse
von Anton Graf Saurau und Friedrich Graf Herberstein überfallen
und zum Duell gezwungen, in welchem er ermordet wurde. Die
Ursache ist nicht bekannt geworden. Das Geschlecht der Stubenberg
bekleidet seit 500 Jahren die Erbmundschenkenwürde in Steiermark.
Die Stubenberg besitzen derzeit noch Gutenberg, Stubegg, Obermureck,
Oberkapfenberg und Wieden in Steiermark und Szekelyhid in Ungarn.
Wenige Geschlechter der Steiermark sind so innig verwebt mit den
Schicksalen des Landes, wie dieses ruhmvolle Dynastengeschlecht.
Aber auch die erste Pfarrkirche stand nicht auf Stelle
der heutigen, vielmehr muss sie tief unten in der „Au" sich
erhoben haben, denn heute noch erinnern die uralten Namen
„Freithofacker", „Frauenwiese" und „Thorwiese" und mehr-
fach aufgefundene Mauerreste, dass einst auf dieser Au, zehn
Minuten südlich vom heutigen Dorfe, ein Gotteshaus gestanden
Die nordöstliche Steiermark
Eine Wanderung durch vergessene Lande
- Title
- Die nordöstliche Steiermark
- Subtitle
- Eine Wanderung durch vergessene Lande
- Author
- Ferdinand Krauss
- Publisher
- -
- Location
- Graz
- Date
- 1888
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 10.93 x 17.9 cm
- Pages
- 498
- Categories
- Geschichte Vor 1918