Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
Page - 41 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 41 - in Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918

Image of the Page - 41 -

Image of the Page - 41 - in Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918

Text of the Page - 41 -

Repräsentation und Reproduktion 41 vinces‘ auf die anderen Kultbilder erweitert wurde.18 Das Werk An- nus Sanctus Habspurgo-Austriacus von Johann Ludwig Schönleben aus dem Jahr 1696 sollte durch die vermeintliche Verwandtschaft Leopolds I. mit 365 Heiligen die besondere göttliche Gnade des Erz- hauses demonstrieren. Das dazuge- hörige Titelkupfer von Elias Nes- senthaler visualisierte dies mit der Ansicht der Pestsäule, deren stei- nerne Wolken in einen habsburgi- schen Heiligenhimmel rund um die Dreifaltigkeit übergehen, während Leopold I. vom Monument auf die Erde versetzt wurde. Der Kupfer- stich verdeutlichte sozusagen den hochbarocken Illusionismus des Denkmals in künstlerischer und politischer Hinsicht.19 Hätte es noch eines Beweises für die propa- gandistische Funktion des Projekts bedurft, so wurde dieser von den Grazer Jesuiten 1705 bei einem Emblem am Trauergerüst des Kaisers erbracht: Der mittelalterliche Schweizertrakt als Sinnbild des Hauses Österreich thront über der Marien- und der Dreifaltigkeitssäule, um die Pietas Austriaca als Basis der habsburgischen Herrschaft zu symbolisieren: „Diese zwey Saulen / auff welchen das Durch=leuchtigste Hauß von Oesterreich stehet / hat die Gottseeligkeit LEOPOLDI auffgerichtet; auff daß er die Weissagung glaubwürdig machte: Oesterreich wird in der Welt die letzte seyn“.20 Eine indirekte Bestätigung der antifranzösischen Absicht der Pestsäule ergibt sich auch aus dem publizistischen Umfeld ihrer Darstellung im Theatrum Europaeum. Diese wichtigste zeitgeschichtliche Publikation wurde 1633 vom Verlag Merian in Frankfurt am Main gestartet und erschien bis 1738 in 21 Bänden.21 Dem reichspo- litischen Interesse folgend dominierten unter den Illustrationen Bildnisse von Herr- Abbildung 2: Unbekannter Künstler, Die Pestsäule in Wien, Kupferstich (in: Theatrum Europaeum, Bd. 14, Tf. 37, 1702).
back to the  book Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918"
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Title
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Subtitle
1618–1918
Editor
Werner Telesko
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
448
Categories
Geschichte Vor 1918
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur