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Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
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258 Sektion III: Netzwerke verwies er etwa auf Kirchgänge in die Augustinerkirche, die Michaelerkirche oder zu den Schotten. Hinweise auf die gehaltenen Zeremonien oder die Ausstattung der Kirchen fehlen praktisch völlig.13 Beim Eintrag waren für den Kaiser also das Amt selber und sein Besuch relevant. Zwar sind die Tagebücher zu konkreten Fragen des Zeremoniells wenig ergiebig, doch zeigen regelmäßige Verweise auf diese, dass der Kaiser sie ernst nahm. So no- tierte er etwa Abweichungen bei der Audienz des französischen Botschafters am 8. November 1725 („etlich verstoss wegen cerem[oniell]“), als der kaiserliche Leibwagen des Botschafters wegen des starken Regens in der Einfahrt stehen bleiben musste, statt in den Hof einzufahren.14 Im Vorfeld der Prager Krönung verwies der Kaiser auf die Zeremonien bzw. das Zeremoniell und die Wichtigkeit seiner Einhaltung (5. September 1723). Bei der Krönung der Kaiserin notierte er dann erleichtert: „k[ai]s[eri]n wohl, kein anstos, alls gut“ (8. September 1723). In den Aufzeichnun- gen wird jedenfalls auch deutlich, dass die Sorge um die schwangere Gattin während des Aufenthalts in Prag stets mitschwang. Im alljährlichen Wiener Festkreislauf nahmen musikalische Darbietungen einen festen Platz ein und sind daher wenig überraschend auch in den Notizen des Kaisers gegenwärtig. So hielt er die an seinem Namenstag bzw. am Geburtstag Elisabeth Christines abgehaltenen Opernaufführungen fest und vermerkte auch die Wirtschaf- ten, Maskeraden, Kavalierskomödien und Faschingsopern. Bei allen diesen Belusti- gungen verwies Karl VI. regelmäßig auf ihren Beginn und ihr Ende. Zur Wirtschaft am Faschingsdienstag 1725 notierte er: „nachmit[tag] bey weib, kinder, [Kostüm] anlegen, 7 ½ wyrtschaft, 8 ½ essen, 10 ¼ tandz, alles 3 aus, vor 4 bett“ (13. Februar). Zu den musikalischen Darbietungen finden sich durchaus auch kritische Kommen- tare, etwa dass eine Aufführung bzw. die Musik „gut“, „wohl“ oder eben „lang“ ge- wesen sei. Exemplarisch kann auf die relativ frühe Beteiligung seiner Tochter Maria Theresia an einem Stück am 3. Februar 1722 verwiesen werden, die sich beim Tanz bewährte („umb 6 caval[ier] comedi, madl Teres tanzt, wohl halten“). An den genannten Stellen kann das Musikinteresse des Kaisers deutlich gemacht werden. Auch hielt er die Feste des Wiener Hofes neben jenen des Kirchenjahrs und dem Arbeitsalltag fest. Unerwähnt bleiben nach derzeitigem Bearbeitungsstand in den betreffenden Jahren hingegen die Träger der kaiserlichen Musik, etwa Hofkapell- meister Johann Joseph Fux oder Vizehofkapellmeister Antonio Caldara. Bildende Kunst und Bauprojekte in den Tagebüchern Trotz der intensiven Bautätigkeit, die sich etwa im Bereich der Wiener Hofburg für den Betrachtungszeitraum nachweisen lässt (Bau der Österreichischen Hofkanzlei,
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Title
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Subtitle
1618–1918
Editor
Werner Telesko
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
448
Categories
Geschichte Vor 1918
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