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Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
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Habsburgische Propaganda des kaiserlichen Botschafters 265 liche Botschafter bankrottierten infolge ihrer diplomatischen Karriere,4 denn ihre exorbitanten Dienstausgaben mussten sie zur Gänze aus eigener Tasche bestreiten und konnten erst viel später mit einer Kompensierung (häufig in Form eines Hofpos- tens) rechnen. Im Vergleich mit anderen europäischen Botschafterposten galt derje- nige in Rom (ähnlich wie jener in Paris) als prestigeträchtigster, aber auch als teuers- ter.5 Bei der Auswahl eines geeigneten Adepten spielte daher sein Reichtum immer eine wichtige Rolle. Graf Gallas kalkulierte im Voraus die Kosten seiner geplanten vierjährigen römischen Mission auf insgesamt 650.700 Gulden. Für die 180 Mitglie- der des Personals und die 80 Pferde (bzw. Maultiere) rechnete er 120.000 Gulden, für die Ausstattung des Palais‘ schlugen 80.000 Gulden zu Buche, für die 15 (Parade- so- wie Alltagskutschen) und 100 Sommer- und Winter-Livreen kamen 200.000 Gulden dazu. Auf weitere 30.000 Gulden schätzte man die Reisekosten.6 Zum Vergleich: Der Wert einer ansehnlichen Herrschaft (z. B. der Czernin’schen Herrschaft Kosmonos in Ostböhmen) lag damals bei rund 102.000 Gulden.7 Nichtsdestotrotz galt dieser extrem aufwändige römische Posten als Gipfel einer diplomatischen Karriere sowie als Auftritt auf der prächtigen ‚Hauptbühne‘ des eu- ropäischen Barocks. Die bisherige kaiserliche Hegemonie wurde durch die expansive Politik Ludwigs XIV. schwer gefährdet, was zur Folge hatte, dass man sich mit allen Mitteln – einschließlich der bildenden Künste – im Sinne einer visuellen Propaganda verteidigen musste. Das kam insbesondere in Rom zur Geltung, wo die Großmächte um den Einfluss auf die päpstliche Politik rangen. Der jüngeren Forschung zufolge stellte das barocke Rom eine – durch die päpstliche Bürokratie gehemmte – unpro- duktive und in der Melancholie der Protzerei versinkende Konsumstadt dar. Die tatsächliche ökonomische Bedeutungslosigkeit des römischen Adels wurde durch das Festhalten am Luxus und ein höchst kompliziertes Zeremoniell kompensiert.8 Ob- wohl der Nepotismus im Jahr 1692 formal abgeschafft worden war, bestätigt das Bei- spiel Clemens’ XI. Albani (1700–1721) und dessen Neffen – die Kardinäle Annibale (1682–1751) und Alessandro Albani (1692–1779) – einen andauernden, starken Einfluss der Mitglieder der päpstlichen Familien.9 Die höchsten exekutiven Posten in der Struktur des päpstlichen Staats bekleideten die Kardinal-Minister (Segretario dello Stato, Governatore di Roma, Auditore della Camera, Tesoriere Generale u. a.). Der Sozialhierarchie sowie dem Zeremoniell entsprechend folgten nach den Kardinälen die königlichen und andere Botschafter und Herzoge, dann die römischen prencipi del Soglio Colonna und Orsini, Reichsfürsten, die spanischen Granden, die Häupter des stadtrömischen Patriziats und Nepoten verstorbener Päpste und schließlich die restliche römische Aristokratie.10 Der nächste naheliegende Verbündete des Botschafters war der Kardinalprotek- tor des Reichs (Cardinal Germaniae). In den Jahren 1712–1725 hatte dieses Amt
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Title
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Subtitle
1618–1918
Editor
Werner Telesko
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
448
Categories
Geschichte Vor 1918
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