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Vor 1918
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur - 1618–1918
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Sektion IV: Zeremonielle Räume und die „Öffentlichkeiten“ 303 unter Umständen damit auch Staat und Dynastie – in der Öffentlichkeit präsentierten. Diese Personalunion zwischen Amt bzw. Staat und Person, nicht selten angereichert mit paraliturgischer Symbolik bzw. verknüpft mit kirchlichen Zeremonien, kann auf- grund der persönlichen Anwesenheit des Herrschers bzw. hoher Vertreter der Dynastie wohl als die unmittelbarste Form von Herrscherrepräsentation gelten. Die persönliche Repräsentation ist sicherlich auch die exklusivste Form, da durch die ‚Unteilbarkeit‘ der physischen Person zeitlich und örtlich limitiert und daher mit der Aura des ‚Beson- deren‘ (auch noch nach dem politischen Ende der Monarchie 19186) umgeben. Gerade an den unterschiedlichen Ausdrucksformen höfischer Repräsentation im öffentlichen und halböffentlichen Raum ist deutlich zu sehen, dass zu unterschiedli- chen Zeiten auch unterschiedliche Strategien der Stellvertretung von Herrscher, Amt und Dynastie verfolgt wurden. War im mittelalterlichen Wanderkönigtum die per- sönliche Präsenz von großer Bedeutung, wurden seit dem Beginn der Frühneuzeit sukzessive Strategien symbolischer Kommunikation entwickelt, sodass zunehmend diese Symbole als Stellvertreter und Repräsentanten eingesetzt und persönliche phy- sische Anwesenheit des Herrschers durch sie substituiert werden konnte: bildliche Symbole und Farben ebenso wie akustische Signale oder verbale Leitbegriffe (ein- schließlich der Herrscherdevisen). Diese Symbolsprache zu verfeinern, die Begriffe ebenso unantastbar zu machen wie den Herrscher selbst, war Aufgabe eines Stabs an Hofkünstlern, die darin zu ebenso wichtigen Beratern wurden wie Feldherren und Diplomaten. Auch wenn im Laufe des langen 18. Jahrhunderts die Hofkünste ihre politisch-strategische Bedeutung allmählich einbüßten und sich Herrscher und Staat zunehmend auf Beamte und Militär stützten, blieb der zwischen 1500 und 1750 entwickelte Kanon doch als Symbolsprache weiterhin bestehen und wurde – vielfach unkritisch und ohne im Geringsten hinterfragt zu werden – auch in post-monarchi- sche, republikanische Staatssymbolik übernommen.7 Ein Beispiel für die Stellvertreter-Repräsentation des Herrschers und seiner Macht durch einen Hofkünstler bringt Thomas Hochradner in seinem Beitrag Spielball der Repräsentation? Überlegungen zum musikalischen ‚Imperialstil‘ anhand der Kirch- enmusik von Johann Joseph Fux. Der berühmte Hofkapellmeister Karls VI., Johann Joseph Fux, der wie Prinz Eugen unter drei Kaisern diente, steht jedoch nicht persön- lich als Repräsentant im Mittelpunkt der Ausführungen, als vielmehr seine Werke, die nicht nur für den Künstler stellvertretend gesehen werden, sondern auch für den Hof und seine berühmte und hochstehende Musikpflege unter Karl VI. Kritisch blickt Hochradner auf die Überlieferung in den großen österreichischen Stiften wie im damals eigenständigen Reichsfürstentum Salzburg. Denn was auf den ersten Blick als Nachahmung des Hofs, als Wille, auch etwas vom Glanz des Hofes abzubekom- men, aussehen mag, belehrt auf den zweiten Blick eines Besseren und widerlegt wie-
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur 1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
Title
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
Subtitle
1618–1918
Editor
Werner Telesko
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20507-4
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
448
Categories
Geschichte Vor 1918
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Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur