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314 Sektion IV: Zeremonielle Räume und die „Öffentlichkeiten“
• Untersuchungsrelevant sind insgesamt 43 Messvertonungen.
• Sowohl aus dem Bestand der Wiener Hofmusikkapelle als auch in diverser klöster-
licher Überlieferung sind 17 Messvertonungen erhalten.
• Aus dem Bestand der Wiener Hofmusikkapelle, aber nicht in klösterlicher Über-
lieferung sind 11 Messvertonungen (K 3, K 5, K 9, K 10, K 21, K 24, K 29, K 33,
K 34, K 40, K 47) erhalten (sie fehlen dementsprechend in der Tabelle).
• Umgekehrt, in klösterlicher Überlieferung, aber nicht im Bestand der Wiener
Hofmusikkapelle sind 26 Messvertonungen (K 1, K 4, K 11, K 13, K 19, K 22, K
25=50, K 27, K 32, K 36, K 38, K 39, K 43, K 46, K 49, L 6, L 7, L 19, E 1, E 2,
E 3, E 4, E 5, E 12, E 113, Z 4) erhalten.
• Von den am häufigsten, nämlich viermal überlieferten Messen (K 14, K 25=50, K
28 und K 32) sind nur zwei (K 14 und K 28), also die Hälfte auch im Bestand der
Wiener Hofmusikkapelle vorhanden.
• Dreimal überliefert werden drei (K 16, K 23 und K 37, bei der es sich um eine
Fehlzuschreibung handelt), zweimal 17 Messen, nur einmal sind 19 Messen über-
liefert.
• Damit handelt es sich in nahezu der Hälfte aller Fälle (in 19 von 43) um eine sin-
guläre Überlieferung, worunter sich andererseits keine einzige der im Bestand der
Wiener Hofmusikkapelle erhaltenen Kompositionen befindet.
• Daraus lässt sich schließen: Es gab eine, wenn auch geringe Distribution aus dem
Bestand der Wiener Hofmusikkapelle, die zwar offenkundig viele dort vorhandene
Fuxsche Messvertonungen betraf, allerdings immer nur vereinzelt stattfand.
• Ferner ist abzulesen, dass der Austausch von Notenmaterial innerhalb des monas-
tischen Bereichs weit weniger intensiv geschah, als man vermuten möchte.
• Dass es sich bei einer Reihe von Werküberlieferungen in klösterlichen Musikar-
chiven um Unikate handelt, deutet im Weiteren sowohl auf zahlreiche Auftragsar-
beiten Fux’, nährt jedoch zugleich den Verdacht von Fehlzuschreibungen (der sich
aber kaum je erhärten bzw. entkräften lässt).
• Jedenfalls: Die These, dass die Überlieferung der Messvertonungen von Fux den
Spiegel eines dynastisch geprägten systemlich motivierten Denkens böte, greift
nicht.
Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
1618–1918
Representing the Habsburg-Lorraine Dynasty in Music, Visual Media and Architecture
- Title
- Die Repräsentation der Habsburg-Lothringischen Dynastie in Musik, visuellen Medien und Architektur
- Subtitle
- 1618–1918
- Editor
- Werner Telesko
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20507-4
- Size
- 17.0 x 24.0 cm
- Pages
- 448
- Categories
- Geschichte Vor 1918