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Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
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244 | Dinge – Nutzer – Netze damit beschäftigt, sie zu verwirklichen ‒ und über Schlupflöcher in der Logik von Suchmaschinenrankings deren Sinn und Funktion auszuhebeln, um parasitär von ihnen zu profitieren. Die Suchmaschinenbetreiber wiederum haben natürlich ein In- teresse daran, dass ihre Nutzer hilfreiche Trefferlisten zu sehen bekommen und auch in Zukunft ihrer Dienstleistung die Treue halten. Entsprechend gibt es auch Firmen, die MFA-Seiten aufspüren und abschalten ‒ und zwar sowohl im Auftrag von Such- maschinenbetreibern, als auch in jenem von Internet-Werbeträgern. MFA-Seiten ge- nerieren nämlich erfahrungsgemäß extrem hohe Ansichtszahlen für Internetwerbung, aber so gut wie keine neuen Kunden und beschädigen darüber hinaus das Fir- menimage. Sie nutzen also tatsächlich nur ihren eigenen Betreibern und schädigen werbende Firmen ebenso wie Suchmaschinen und suchende Nutzer (vgl. Simanowski 2008: 69f.). Indes verweist die Prävalenz von MFA-Seiten darauf, wie sehr die Suchmaschine als Portaltechnologie längst unseren Internetkonsum bestimmt. War die Frage Ende der 1990er Jahre noch, wie eine Suchmaschine beschaffen sein müsste, um sich dem Web anzupassen, gilt es nun für die Gestalter von Webseiten, Mittel und Wege zu finden, um Ranking-Algorithmen zu bedienen und sich opportun in Trefferlisten zu platzieren. Laut Pratty bedeutet aus diesem Grunde Virtualisierung für Museen nicht nur eine Transformation in ein ›Museum ohne Wände‹, sondern vielmehr eine Um- stülpung des Museumsdispositivs von innen nach außen. Soll ein virtuelles Muse- umsangebot tatsächlich ein Publikum erreichen, dann muss es Prattys Ansicht nach ganz bewusst und gezielt genau diesen Anschluss an eine bestehende und mächtige Infrastruktur suchen. Das virtuelle Museum ist im Gegensatz zum physischen keine souveräne und diskrete Sinnmaschine mehr, sondern ein Subsystem innerhalb eines sehr viel größeren Machinamentums. Natürlich hat auch das Museum immer inner- halb urbaner Landschaften existiert, zu denen es in mehr oder minder ausdrücklichen Beziehungsgefügen steht ‒ André Malraux hat dies ja in seinen Betrachtungen zur Authentizität des Museums herausgestellt ‒ aber als Dispositiv hat es die Abgrenzung von der Außenwelt zu einem seiner Leitprinzipien gemacht. Das virtuelle Museum hingegen müsse, so Pratty, sein Inneres nach außen kehren und seine Sinnstiftung an Suchmaschinen veräußern ‒ oder vielleicht auch: Die Modalitäten der Sinnstiftung durch Suchmaschinen verinnerlichen, indem es seinen inneren Aufbau auf die Such- muster zuschneidet, die Google und Co. ihm zuführen (vgl. Pratty 2006).
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Dinge – Nutzer – Netze Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Title
Dinge – Nutzer – Netze
Subtitle
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Author
Dennis Niewerth
Publisher
transcript Verlag
Date
2018
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4232-6
Size
14.8 x 22.5 cm
Pages
428
Keywords
Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
Category
Medien
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