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als auch um Fotografien von Skulpturen. Gelegentlich erscheinen Bogenlinien zwi-
schen zwei Werken, die von Worten wie ›Bildelemente‹ oder ›Stilrichtung‹ unterbro-
chen sind – hierbei handelt es sich um Gemeinsamkeiten zwischen Objekten, die den
Schlüssel zur Erschließung der Sammlung darstellen. Ein Klick auf jedes dieser Bil-
der öffnet eine separate, dem jeweiligen Kunstwerk gewidmete Seite.
Unterhalb der Bilder-Slideshow befindet sich ein mit den Worten »Zeige mir
Werke zu…« überschriebenes Zugriffsfeld. Der Nutzer kann hier zwischen den
Rubriken »Künstlerbezug«, »Wirkung auf den Betrachter«, »Hauptmotiv«, und
»Stilrichtung« wählen. Jedes dieser Felder eröffnet Zugriff auf abermals fünf Ob-
jekteigenschaften. Unter ›Künstlerbezug‹ heißen diese Utrechter Caravaggisten,
Blauer Reiter, Brücke, Leibl-Kreis und CoBrA, unter ›Wirkung auf den Betrachter‹
Erheiternd, Wütend, Provokant, Freudig und Romantisch, unter ›Hauptmotiv‹ Ma-
donna, Venus, Akt, Stillleben und Landschaft, unter ›Stilrichtung‹ schließlich Kubis-
mus, Neue Sachlichkeit, Bauhaus, Dadaismus und Konzeptkunst. Eine getroffene
Auswahl öffnet ein Fenster mit allen zur Anfrage passenden Objekten. Unterhalb
dieses Katalogfeldes befindet sich darüber hinaus ein einfaches Eingabefeld für eine
Textsuche.18
Das Städel stellt also ähnlich wie das Getty ein Datenbank-System von Katego-
rien und ›Etiketten‹ oder tags in den Mittelpunkt seines Abrufverfahrens. Während
das Getty allerdings den Zugriff komplett über subject headers organisiert, arbeitet
das Städel mit einem interessanten Visualisierungsverfahren, das Gemeinsamkeiten
zwischen Einzelwerken als Vernetzungen visualisiert – und zwar nicht nur auf der
Startseite. Wählt man ein beliebiges Objekt aus, so wird eine separate, diesem Aus-
stellungsstück gewidmete Seite geöffnet. Diese zeigt zentral das gewählte Objekt mit
Angaben zu Künstler, Titel und Jahr darunter. Rechts daneben laufen weitere Bogen-
linien zu Miniaturansichten ›verwandter‹ Objekte, durch die mit dem Mausrad hin-
durchgescrollt werden kann. Claude Monets Gemälde Das Mittagessen aus dem
Jahre 186819 beispielsweise ist über die Linie Sammlungsbereich mit Eugène
Delacroixs Werk Fantasia Arabe von 1833 verbunden, über die Linie Hauptmotiv
mit Cornelis Begas Wirtshausszene von ca. 1660, über die Linie Zeit mit Carl Philipp
Fohrs Wasserfällen von Tivoli von 1817, usw. Ein Klick auf diese Werke öffnet deren
Seiten samt ihrer eigenen Schlagwortkonnizes. Kehrt man zum Ausgangswerk zu-
rück, so gelangt man zu einem Itinerar der bisher angeklickten Werke samt der zwi-
schen ihnen verlaufenden Assoziationslinien. Dieser ›Verlauf‹ kann bearbeitet wer-
den, indem man einzelne Werke aus ihm entfernt. Bei der Rückkehr auf die Seite
18 Vgl. ebd.
19 Vgl. https://digitalesammlung.staedelmuseum.de/index.html#/exhibit/Resource_museum
_exhibit_ Staedel_3012 vom 18.09.2015.
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Dinge – Nutzer – Netze
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
- Title
- Dinge – Nutzer – Netze
- Subtitle
- Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
- Author
- Dennis Niewerth
- Publisher
- transcript Verlag
- Date
- 2018
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-8394-4232-6
- Size
- 14.8 x 22.5 cm
- Pages
- 428
- Keywords
- Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
- Category
- Medien