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Dinge – Nutzer – Netze - Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
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Schluss und Ausblick | 403 lanleitung geben ‒ aber wollten virtuelle Museen sich widerspruchslos hinter der Ma- xime der unbedingten Auffindbarkeit und Assoziierbarkeit von allem mit allem unter Einbeziehung statistisch erzeugter Nutzerprofile einreihen, die augenblicklich die kulturelle Einordnung des WWW zu bestimmen scheint, dann wären sie im Grunde schon a priori obsolet und redundant. Gefälligkeit kann kaum die ökologische Nische des Museums im Netz sein. Stattdessen scheint es geboten, den Schock als Leitprinzip virtuellen Ausstellens wiederzuentdecken und den Nutzer aus dem Trott seiner ge- wohnten Surferfahrung herauszureißen: ›Museal‹ ist es eben nicht, den Besucher ohne Umwege zum Segelschiff zu führen, sondern ihn zum Nachdenken über seine Vorstellungen davon zu veranlassen, was ein Segelschiff eigentlich kulturell signifi- ziert ‒ und woher sein Verlangen rühren mag, eines zu sehen. Lange hat es danach ausgesehen, als sei die von Kuratoren geleistete Kulturarbeit nicht zu automatisieren, geschweige denn gänzlich von Computern zu leisten. In Zukunft wird es darum ge- hen müssen, die Besucherschaft davon zu überzeugen, dass eine von Menschen in- formierte und kuratierte Museumsausstellung Mehrwerte gegenüber einer Google- Trefferliste aufweist, und zwar gerade weil erstere nicht nur Antworten gibt, sondern auch Fragen aufzuwerfen vermag. Verblüffenderweise muss am Ende all der auf Generalisierung und Objektivie- rung des Gegenstandes abzielenden Betrachtungen und Ausführungen dieser Arbeit die Einsicht stehen, dass es eine abschließbare Medientheorie des virtuellen Muse- ums scheinbar ebenso wenig gibt wie eine grundsätzliche Pädagogik desselben. Ob- wohl das ›absolute Museum‹ als Idee nicht totzukriegen zu sein scheint und obwohl Theoretiker wie Lev Manovich schon die Umstellung der Kulturwissenschaften auf dieselben big data-Methoden in Aussicht stellen, die ihrer Ansicht nach den Zugriff auf kulturelle Inhalte längst unhintergehbar bestimmen: Die Landschaft tatsächlicher virtuell-musealer Angebote im Web zeichnet sich vor allen Dingen durch Heteroge- nität, Experimentierfreude, Vielfalt in ihren Akteurskonstellationen und Widerstän- digkeit gegen jede Form von Standardisierung aus (und kann womöglich auch nur in dieser Form sinnvoll existieren). Das virtuelle Museum lebt ‒ ironischerweise genau wie das physische, allerdings unter Ausschaltung geographischer Distanzen ‒ von einer »situated creativity« (Potts, Hartley, Banks et. al. 2008: 460) und einem »situ- ated knowledge« (ebd.), das weder gänzlich in den Köpfen bestimmter Personen noch in konkreten Inhalten und Gegenständen verborgen ist, sondern vielmehr in den situ- ativen Zusammenkünften von Menschen, Orten, Medien, Organisationen usw. (vgl. ebd.). Mit diesem Befund ist allerdings mitnichten angezeigt, dass die Museumswissen- schaft bei jenem stückwerkhaften Kommentieren von Einzelphänomenen verbleiben sollte, welches ihre bisherige Auseinandersetzung mit dem virtuellen Museum weit- gehend bestimmt hat. Vielmehr wird die im Fallstudienkapitel dieser Studie ausge- machte Vielgestaltigkeit virtueller Museen im Licht der diesem vorausgegangenen theoretischen und technischen Betrachtungen erst interpretierbar: Virtuelle Museen
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Dinge – Nutzer – Netze Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Title
Dinge – Nutzer – Netze
Subtitle
Von der Virtualisierung des Musealen zur Musealisierung des Virtuellen
Author
Dennis Niewerth
Publisher
transcript Verlag
Date
2018
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-8394-4232-6
Size
14.8 x 22.5 cm
Pages
428
Keywords
Virtualität, Kulturerbe, Digitalisierung, Neue Medien, Kulturmanagement, Museumswissenschaft, Digitale Medien, Mediengeschichte
Category
Medien
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