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Nach 1918
Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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Page - 183 - in Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur

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res feindliches System eingeläutet: Während Hitlers Begräbnis im Kyffhäuser- gebirge erfolgt ein atomarer Angriff der Japaner auf das Deutsche Reich: Was niemand für möglich gehalten hätte, trat ein: mitten im Altreich, auf deut- schem Boden, waren Kernexplosionen von fürchterlichster Wirkung erfolgt […]. Das Chaos, der Kampf aller gegen alle, war proklamiert, und dieses infernalische deutsche Chaos hatte sich wie ein Lauffeuer über den Erdkreis verbreitet. (FW 276) Die letzten Überlebenden der „Herrenrasse“ setzen sich – in einer bitterbösen Wendung der Geschichte – über die Luftbrücke Bifröst, in der nordischen Mytho- logie „die Regenbogenbrücke der Alten, die den Himinbjörg mit der irdischen Welt verband“ (FW 329), in die Arktis ab, wo ihre Überlebenschancen jedoch nicht nur durch die arktische Kälte, sondern auch durch die Verstrahlung gegen Null gehen. In Moskau 1997 hat die Sowjetunion nach nicht weniger als fünf Weltkriegen ganz Europa mit Ausnahme von England und der iberischen Halbinsel unter ihre Kontrolle gebracht und dort eine in grimmigen Tönen geschilderte Gewaltherrschaft errichtet: Drüben in Europa und in Westasien war eine neue Welt entstanden; Millionen Menschen hatten den Gastod gefunden und Hunderte von Städten waren in Schutt und Asche verwandelt worden. Arbeit und Raum gab es nur drüben in Europa, und die Moskauer Machthaber planten und schufen ganz großartige Dinge; seit- dem beim sechsten Fünfjahresplan zwölf Millionen Menschen verhungert waren, ging es immer weiter mit der UdSSR bergauf. […] Auf den Trümmern von Wien hatte man wieder eine Großstadt, die in ihren Wolkenkratzern fünf Millionen Ein- wohner beherbergte, gebaut und nachdem man einmal Tirol gründlich mit Chlor, Senfgas und Zyan zur Vertilgung der verbissen-bigotten und individualistischen Ureinwohner ‚desinfiziert‘ hatte, konnte man daraus ein Sanatoriumsland für die Tuberkulosen und Asthmakranken der gesamten Sowjetunion machen. (M 10) Die düstere Dystopie des Tirolers (!) Kuehnelt-Leddihn stellt die Sowjetunion als „Musterbeispiel eines jeglichen modernen, antireligiösen und materialistischen Totalitarismus“129 dar. Wenig überraschend wurde der Roman von der russischen Militäradministration in Österreich wegen „antisowjetischer Verleumdung“ ver- 129 Johann Holzner, Christine Riccabona: Der Löwe von Lans. Erik Maria Ritter von Kuehnelt-Led- dihn. In: Sieglinde Klettenhammer (Hg.): Kulturraum Tirol. Literatur – Sprache – Medien. Jubiläumsband „150 Jahre Germanistik in Innsbruck“. Innsbruck: Innsbruck Univ. Press 2009. S.  121–136, hier S.  125. Das totalitäre System in Dystopien österreichischer Schriftsteller 183
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Title
Diskurse des Kalten Krieges
Subtitle
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Size
15.9 x 24.0 cm
Pages
742
Categories
Geschichte Nach 1918
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