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Nach 1918
Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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Page - 222 - in Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur

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Bewegung in Österreich nach dem Zweiten Weltkrieg bestens vertraut. Zu den wichtigsten Zielen katholischer Publizisten gehörte neben der personellen und ideellen Reorganisation des Pressewesens die Rückgewinnung von Vermögen katholischer Pressvereine, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wor- den waren. Die Haltung des Katholizismus gegenüber dem Nationalsozialismus steht in den Nachkriegsjahren wenig verwunderlich im Zeichen der Abgrenzung. Opfer- und Widerstandmythos wurden auch im Bereich der österreichischen Katholiken gepflegt.99 War zuerst noch die „Bekämpf[ung] des Gottlosentums u. des Bolschewismus“100 ein verbindendes Element, wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges der Nationalsozialismus selbst von der Kirche als ‚gottlos‘ erkannt. Die Abkehr vom Nationalsozialismus und die Bekehrung zum Katholizis- mus101 stellt auch in Gamillschegs Roman Die Getäuschten die Hauptachse der Handlung dar. Der Text schildert das Leben eines österreichischen Leutnants der deutschen Wehrmacht namens Fritz Ernst Büheler in einem sowjetischen Kriegsgefangenenlager und dessen Rückkehr nach Österreich. Büheler definiert sich nach seiner Rückkehr explizit als Österreicher, eine verbreitete Strategie, um die Schuld am Zweiten Weltkrieg allein Deutschland zuzuordnen. Als sol- cher bevorzugt er die Westmächte im Kalten Krieg aus pragmatischen Gründen, da diese Österreich durch den Marshallplan wirtschaftlich unterstützten. Dar- über hinaus waren auch die Kriegsgefangenen der US-Amerikaner wesentlich früher entlassen worden als diejenigen in den sowjetischen Lagern (vgl. GT 310  f.). Dort waren Büheler und seine Kameraden über die Zustände in Öster- reich belogen und getäuscht worden, darauf spielt auch der Titel des Romans an, wiewohl das nicht dessen einzige Referenz ist.102 99 Zu den Kontinuitäten vor und nach 1945 in der österreichischen katholischen Kirche vgl. Ste- fan Moritz: Grüß Gott und Heil Hitler. Katholische Kirche und Nationalsozialismus in Öster- reich. Wien: Picus 2002. Zur Abwehr des Hitlerfaschismus als „Gegenreformation“ durch die österreichische katholische Bewegung vgl. Karl Schwarz: ‚...  wie verzerrt ist nun alles!‘ Die evangelische Kirche und der Anschluß Österreichs an Hitlerdeutschland im März 1938. In: Gerhard Besier (Hg.): Zwischen ‚nationaler Revolution‘ und militärischer Aggression. Trans- formationen in Kirche und Gesellschaft während der konsolidierten NS-Gewaltherrschaft (1934–1939). München: Oldenbourg 2001, S.  167–191. 100 Vgl. Magnus H. A. Hofmüller: Steirische Priester befürworten den Nationalsozialismus und den Anschluß an das Deutsche Reich Adolf Hitlers. Graz: Dipl.-Arb. 1997, S.  98. Hofmüller zitiert hier den Grazer Theologen Andreas Posch: Österr. Staatsarchiv/Archiv der Republik, 2513/0, Arbeitsgemeinschaft für den religiösen Frieden – Schriftwechsel Pischtiak, Bl.  186. 101 Solche ‚Konversionen‘ wurden von der katholischen Kirche unterstützt: Oliver Rathkolb hält fest, „dass sich von den 1945/1946 noch Überlebenden ursprünglich rund 700.000 NSDAP-Mit- gliedern und Parteianwärtern, von denen viele während des Zweiten Weltkriegs und schon vor 1938/1939 aus der Kirche ausgetreten waren, fast alle wieder unter den religiösen ‚Schutzman- tel‘ der katholischen Kirche begaben“. Rathkolb: Die katholische Kirche, S.  15. 102 Worauf sich der Titel ‚Die Getäuschten‘ genau bezieht, geht aus dem Text nicht hervor. Die Open Access © 2017 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR 222 5 Materialismus versus Christentum
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Title
Diskurse des Kalten Krieges
Subtitle
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Size
15.9 x 24.0 cm
Pages
742
Categories
Geschichte Nach 1918
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