Web-Books
in the Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Page - 267 -
  • User
  • Version
    • full version
    • text only version
  • Language
    • Deutsch - German
    • English

Page - 267 - in Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur

Image of the Page - 267 -

Image of the Page - 267 - in Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur

Text of the Page - 267 -

ziehen den Text. Parallelen zu den beiden Mächten des Kalten Krieges werden durch das Besitzstreben nach der jeweils potentesten neuen Atomwaffe und der weltpolitischen Vorherrschaft sowie der Verfolgung und Hinrichtung von Spi- onen, die das Geheimnis um diese Waffe gefährden könnten, gezogen. Zwar tritt Adolar mit der fiktiven neuesten Atomwaffengattung, der Zinnoberbombe, gegen die Großmächte in Ost und West an, doch bemüht er sich damit ebenso wie die- se um die militärische und politische Vormachtstellung. Seine krankhafte Furcht vor Mitwissern bewegt ihn dazu, den Erfinder der Waffengattung, den deutschen Physiker „Friedrich Handloser“,42 zu töten. Der Westen als Kriegstreiber: Georgischer Wanderstab (1954)/Sally Bleistift in Amerika (1935/1947) Eindeutig fällt die Konstruktion von Parallelen zwischen Nationalsozialismus und Nachkriegswelt in Texten von kommunistischen Autorinnen und Autoren aus, so etwa in Hugo Hupperts Gedichtband Georgischer Wanderstab (1954) und Auguste (Wieghardt-)Lazars Kinder- und Jugendroman Sally Bleistift in Ameri- ka (1935/1947). In Hupperts Gedichtband wird die USA mehrmals als treiben- de Kraft eines künftigen Krieges dargestellt und in diesem Zusammenhang immer wieder mit dem Dritten Reich verbunden, das den vergangenen Krieg verschul- dete. So werden „Westösterreichs Landleute“ rhetorisch gefragt: Geht mit Bruder und Nachbar zu Rat: War sie euch triftig die gestrige Saat? [...] Denn der Trommler von Übersee hebt euch aus für seine Armee. [...] Manches kauft ja der Trommler für Geld. Eines nur fehlt ihm: die ganze Welt.43 Huppert spricht explizit die westösterreichische Bevölkerung an, weil sich dort die amerikanische Besatzungszone befand. Der Text bringt die USA in Verbin- 42 Die dramatische Figur Handloser arbeitet zunächst am Kaiser-Wilhelm-Institut, an dem auch Werner Heisenberg und Carl Friedrich von Weizsäcker am Uranprojekt des Deutschen Reiches arbeiteten. Eine historische Person namens Siegfried Handloser war Generaloberstabsarzt im Dritten Reich. Ob Becher auf diese anspielt, ist nicht sicher. Siehe KG  317. 43 Hugo Huppert: An West-Österreichs Landleute [1951]. In: Ders.: Georgischer Wanderstab., S.  177–178, hier S.  177. 267Intertextuelle und historische Parallelen
back to the  book Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur"
Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Title
Diskurse des Kalten Krieges
Subtitle
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Size
15.9 x 24.0 cm
Pages
742
Categories
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Library
Privacy
Imprint
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Diskurse des Kalten Krieges