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Nach 1918
Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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Page - 271 - in Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur

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Parylas Teilnahme an den Salzburger Festspielen und verwies dabei auch auf Parylas Pamphlet, kritisierte aber stärker die Beschuldigung, Figl sei trinkfreu- dig, anstatt etwa am „braunen [...] Kleide“ Anstoß zu nehmen55. Am 2.  August 1952 erscheint eine polemische Antwort Parylas im Tagebuch; in dem er seine Absetzung und die Pressestimmen dazu kommentiert. Wieder wird das gegne- rische Lager als faschistisch gebrandmarkt: Es wünscht sich eine der Lemuren, die noch faschistische Erfahrung hat in der Feder Spuren (‚Die Presse‘ liebt die Nahrung): ‚Einlader‘ und der ‚Eingeladen‘, die sollt man einsperr’n, um wie Hasen sie, ausgeladen, einzuladen in Güterzüge, zum Vergasen!56 In die Paryla-Debatte mischte sich schließlich auch der sowjetische Hochkom- missar Generalleutnant W.  P. Swiridow mit einer Erklärung ein, angesichts derer sich die österreichische Bundesregierung zu einer offiziellen Feststellung gezwun- gen fühlte, welche die Vorwürfe Swiridows zurückwies und Parylas Absetzung folgendermaßen erklärte: Der Grund [...] ist darin zu sehen, daß Paryla in der Zeitschrift ‚Das Tagebuch‘ einen Artikel veröffentlicht hat, der die Bundesregierung und die Festspielstadt Salzburg schwerstens beleidigt und geeignet ist, die österreichische Währung zu unterminieren.57 Diese Beispiele zeigen die Bedeutung der Salzburger Festspiele im Literatur- und Kulturbetrieb des Kalten Krieges und sie zeigen auch, wie leichtfertig kommu- 55 Vgl. Friedrich Torberg: Post Scriptum. Ein P.  S. zu einem K.-P.-Engagement. In: Wiener Kurier. Für die Wiener Bevölkerung, 23.5.1952, S.  2. Vgl. Griesmayer: Die Zeitschrift ‚Tagebuch‘, S.  81. Die Mitwirkung von kommunistischen Schauspielern bei den prestigeträchtigen Salz- burger Festspielen wurde immer wieder abgeschmettert. Otto Tausig berichtet, dass er 1960 von Leopold Lindtberg der Festspielleitung als Lumpazivagabundus vorgeschlagen wurde, wor- auf der Generalsekretär Tassilo Nekola gesagt haben soll: „Der Kommunist kommt mir da nicht herein!“ Tausig: Kasperl, Kummerl, Jud, S.  150. Paryla spielte erst 1972 wieder in Salzburg. Vgl. Paryla: Keine Helden, S.  152. 56 Karl Paryla: Der abgesetzte ‚Teufel‘ antwortet. In: Tagebuch 7 (1952) H. 15, 2.8.1952, S. 1. 57 N.N.: Feststellung der österreichischen Bundesregierung. Antwort auf die Erklärung des sowje- tischen Hochkommissars Generalleutnant W.  P. Swiridow im Alliierten Rat vom 29.8.1952. Anschul- digungen Punkt für Punkt widerlegt. In: Wiener Zeitung, 13.9.1952, S.  1–4, hier S.  4. In dem Artikel wird etwa auch auf den Fall Brandweiner und den Streik vom Oktober 1950 eingegangen. 271Intertextuelle und historische Parallelen
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Title
Diskurse des Kalten Krieges
Subtitle
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Size
15.9 x 24.0 cm
Pages
742
Categories
Geschichte Nach 1918
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