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Nach 1918
Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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det sich eine Broschüre mit dem Titel Verschwörung gegen die Freiheit, welche es sich zur Aufgabe macht, Verbindungen zwischen diversen Friedensorganisa- tionen und kommunistischen Parteien aufzuzeigen.39 Der Kontext des Kalten Krieges bestimmte so pazifistische oder atomwaffen- kritische Äußerungen, die in betroffenen Staaten auch durch die traumatische Erfahrung des Zweiten Weltkrieges geprägt40 und entsprechend emotional besetzt waren.41 Dieser Befund einer emotionalen Aufladung des Themas mit morali- schen Werten gilt auch für Österreich. Viele Texte verstehen sich als Warnun- gen, welche ein allgemeines Problembewusstsein schaffen und so die Gefahr eines Weltkrieges mit atomarer Waffenunterstützung minimieren wollen. Aber auch die eminente Bedeutung der Atomkraft als Energieform im Kampf um weltpolitische Macht und die mit der neuen Technologie verbundene Faszina- tion, die sich in mythischen und religiösen Bildfeldern manifestiert, finden in der österreichischen Literatur ihren Niederschlag. Die Auseinandersetzungen mit diesem Thema befinden sich im sensiblen Spannungsfeld zwischen politi- scher Vereinnahmung und literarischem Utopismus, der in seiner radikalsten Form postapokalyptische Szenarien für neuartige Lebensentwürfe nutzt. Die folgenden Ausführungen sollen Beispiele für die Manöver literarischer Texte im skizzierten Diskursraum aufzeigen. Krieg oder Frieden = Bombe oder Kraftwerk Im Zentrum des Romans Zwischen Gott und Teufel42 (1952) des in Linz gebore- nen Ingenieurs und Schriftstellers Alfred Heller, der einst populäre Romane ver- fasste und heute vergessen ist, steht ein Wettrennen zwischen Wissenschaftlern und Geheimdiensten um das neueste technische Wissen über eine effektivere, leichter herzustellende und zu transportierende Atomwaffengattung, eine ver- besserte Wasserstoffbombe. Dieser Plot reagiert auf den sich verschärfenden 39 Vgl. Münchner Arbeitsgruppe „Kommunistische Infiltration und Machtkampftechnik“ im Komitee „Rettet die Freiheit“ (Hg.): Verschwörung gegen die Freiheit. Die kommunistische Untergrundarbeit in der Bundesrepublik. Presse, Rundfunk, Verlagswesen. Gewerkschaften. Bundeswehr. „Friedensbewegung“ und Atomtod-Kampagne. Sektor „Kultur“. Parteien. Jugendor- ganisationen. München: o.  V. [ca. 1960], S.  37 u. 114. 40 Nehring: Angst, Gewalterfahrungen und das Ende des Pazifismus, S. 440. 41 Illona Stölken-Fitschen hält fest: „Auffällig an der deutschen Auseinandersetzung um die Bom- be war der starke moralische Impetus, der die Diskussion von Anfang an prägte.“ Ilona Stöl- ken-Fitschen: Bombe und Kultur. In: Michael Salewski (Hg.): Das Zeitalter der Bombe. Die Geschichte der atomaren Bedrohung von Hiroshima bis heute. München: Beck 1995, S.  258– 281, hier S.  275. 42 Alfred Heller: Zwischen Gott und Teufel. Roman um Atomspionage. Salzburg: Das Berg- land-Buch 1952 [im Folgenden abgek. ZGT]. Open Access © 2017 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR 304 8 Die atomare Bedrohung in der österreichischen Literatur
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Title
Diskurse des Kalten Krieges
Subtitle
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Size
15.9 x 24.0 cm
Pages
742
Categories
Geschichte Nach 1918
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