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Nach 1918
Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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ebenso wie der Gründer des österreichischen Buchclubs der Jugend, Richard Bamberger, die Leiterin des „Theaters der Courage“, Stella Kadmon, ebenso wie die Burgtheaterschauspielerin Helene Thimig. Österreichische Schriftstellerin- nen und Schriftsteller, die hier aufscheinen, sind Günther Anders, Karl Bruck- ner, Friedrich Heer, Robert Jungk, Conny Hannes Meyer, Oskar Jan Tauschins- ki sowie die nach Österreich eingeheiratete Adrienne Thomas-Deutsch. Freilich musste, wer sich in einem solchen Rahmen engagierte, mit Anfeindungen rech- nen, auch wenn es außer der atomaren Abrüstung keine weiteren Überschnei- dungen mit kommunistischen Interessen gab. Eine Polemik Torbergs, in der die Wochenzeitung Heute aufgefordert wur- de, Robert Jungk als „neutralistischen Panikmacher [...]“140 zu verfolgen, wurde von diesem in einem Leserbrief erwidert: Wie ich [...] konstatiere, wurde ich [...] aus dem Zusammenhang deutlich erkenn- bar, als ‚neutralistischer Panikmacher‘ angegriffen. Es liegt mir daran festzustel- len, daß ich weder ‚Neutralist‘ bin noch je war. Gegenüber totalitären Tendenzen – mögen sie im Osten oder im Westen beheimatet sein – habe ich stets offen Stel- lung genommen. Als ‚Panikmacher‘ will ich dagegen gerne gelten. Mir scheint, wir haben eher zu wenig als zu viel Angst vor den grauenhaften Waffen [...]141 Torberg erklärt daraufhin seine Definition des Neutralismus. Dieser bestehe in einer Gleichbehandlung von „beiden Supergroßmächten“, welche deren aus Tor- bergs Sicht fundamentalen „Unterschied [...] vernebeln“142 würde. Genau diese Gleichbehandlung findet sich allerdings in zahlreichen österreichischen Texten, die eine pazifistische Zielsetzung verfolgen. Als chronologisch früher Text ist Rudolf Geists Augenzeuge Menschheit zu nennen, der durch die Imagination eines 1963, die sich hauptsächlich wissenschaftlichen Interessen zuwendet und die Möglichkeit wirk- samer Schutzmaßnahmen bei einem Atomwaffenangriff als illusionär darstellt. 140 [Friedrich Torberg:] P. S. Folgenschwer. In: Forvm 5 (1958) H. 53, Mai 1958, S. 199. Torberg bezieht sich auf: Robert Jungk: Wissenschaft muss menschlich bleiben. Wie steht die Öffent- lichkeit zur modernen Wissenschaft? Von Robert Jungk, derzeit in Washington. In: Heute. Die österreichische Wochenzeitung  1 (1958) H.  1, 26.4.1958, S.  12. Eine weitere Polemik Torbergs gegen Jungk ist: F.  T.: P.  S. In: Forvm  12 (1965) H.  137, Mai, S.  249: „Der unermüd- liche Robert Jungk, Ostermarschierer, Eatherly-Forscher, Atompanikmacher, natürlich kein Kommunist und ebenso natürlich ein erklärter Liebling der Kommunistenpresse, wird auf Sei- te  1 der „Volksstimme“ vom 24.  April 1965 wieder einmal prominent gewürdigt […]“ Weitere ausgedehnte schriftliche Auseinandersetzung zwischen Torberg, Jungk und Anders über die Frage der Legitimität von Atomwaffenprotest findet sich in Torberg: Anders ruft Torberg / Falsch Verbunden. In: Forvm  11 (1964) H.  126/127, Juni/Juli 1964, S.  306–311. (Auch in: Ders.: PPP, S.  113–145). 141 Robert Jungk: Forvm des Lesers. In: Forvm  5 (1958) H. 54, Juni 1958, S. 218. 142 [Friedrich Torberg]: P.  S. In: Forvm 5 (1958) H. 54, Juni 1958, S. 218. Open Access © 2017 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR 338 8 Die atomare Bedrohung in der österreichischen Literatur
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Title
Diskurse des Kalten Krieges
Subtitle
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Size
15.9 x 24.0 cm
Pages
742
Categories
Geschichte Nach 1918
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