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Nach 1918
Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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nen für die Neue Zeit, die oberösterreichische Ausgabe der kommunistischen Volksstimme.29 Sein antifaschistischer Roman Achtunddreißig erschien 1967 im Ostberliner Aufbau-Verlag, weil sich in Österreich kein Verleger fand.30 Sein Roman Der rosarote Straßenterror (1974), der in einem maoistischen Verlag in Westberlin erschien, wendet sich gegen die Darstellung des kommunistischen Oktoberstreiks in Österreich 1950 durch die Sozialdemokratie als Putschver- such. Wiesinger propagierte die kommunistische Interpretation der Ereignisse, die den Streik als brutal niedergeschlagene Unmutskundgebung der arbeitenden Bevölkerung darstellte. Zu dieser Biographie, die deutlich eine kommunistische Ausrichtung erken- nen lässt, stehen die Atomspionage-Heftromane um den heroischen FBI-Agen- ten Kommissar Grasill in krassem Widerspruch. So erklärt Grasills Kollege McIntosh vom FBI diesem ihre gemeinsame Aufgabe, die im Schutz der ameri- kanischen Vorrechte gegenüber der ‚ganzen übrigen Welt‘ besteht: Wir arbeiten an einem großen Werk. Ganz Amerika baut an der Zeit, da die Atomkraft uns jede Arbeit abnehmen wird. Da jeder Mensch nur in Läden zu gehen braucht und sich für eine Bagatelle von Geld das kauft, was er möchte. Das Leben wird zum Paradies, das wir uns dadurch wieder zurückerobern. Und die Banditen der ganzen übrigen Welt sind hinter unseren Forschungsergebnissen her. Sollen sie doch selber arbeiten daran, warum stehlen? Und leider haben wir auch einige Verräter in unserem Land. Und das ist unsere Aufgabe: Schutz der Atomforschung. (SO 42  f.) Die Anschauungen des FBI-Agenten über Menschen, welche die Seiten wech- seln, lassen ein Weltbild mit klaren Fronten erkennen: ‚Ja, ich achte Verräter, aber Verräter an der schlechten Sache. Denn sie beweisen, daß sie mit Gewalt und unter Lebensgefahr Menschen bleiben wollen. Aber Ver- räter an der guten Sache, um des Geldes Willen? Abscheulich! Das sind Tiere.‘ (SO 47  f.) Grasill und seine Kollegen werden als sympathisch und kompetent dargestellt, als Männer mit „Charakter und Herz“, (FAW 37). „Da war nichts umsonst und keine Tat ohne Nerven, Gehirn und Herz.“ (GS 35). Dagegen heißt es über einen 29 Vgl. Walter Wippersberg: Ausgegrenzt, totgeschwiegen und diffamiert? Franz Kain, Karl Wie- singer und die Linzer Literaturszene in der Nachkriegszeit. In: Alfred Pittertschatscher, Erich Hackl (Hg.): Linz, Randgeschichten. Wien: Picus 2009, S.  67–115, hier S.  75. 30 Vgl. Helmut Neundlinger: Karl Wiesinger (13.3.1923–10.2.1991). In: Karl Wiesinger: Acht- unddreißig. Wien: Promedia 2011, S.  363  f., hier S.  363. Open Access © 2017 by BÖHLAU VERLAG GMBH & CO.KG, WIEN KÖLN WEIMAR 356 9 Spionage
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Title
Diskurse des Kalten Krieges
Subtitle
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Size
15.9 x 24.0 cm
Pages
742
Categories
Geschichte Nach 1918
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