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Nach 1918
Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
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13 KONVERSION, BEKEHRUNG, RENEGATENTUM NARRATIVE DES SEITENWECHSELS So mancher Bumerang kommt nicht zurück. Er wählt die Freiheit.1 Treason doth never prosper: whats the reason? If it doth prosper, none dare to call it treason!2 Begriffsbestimmungen: Konversion, Bekehrung, Renegatentum Verräter, Ketzer, Deserteure, Neophyten, Renegaten, Dissidenten, Abtrünnige, Abweichler, Apostaten, Proselyten, Häretiker, Überläufer, Fahnenflüchtige, Diver- santen – es lassen sich zahlreiche Begriffe finden, die das Phänomen des Fron- tenwechsels im Kalten Krieg bezeichnen. Je nach Standpunkt erscheinen die Subjekte eines solchen Wechsels als negativ oder als positiv besetzte Figuren, als Verführte, die vom richtigen Weg abkommen oder als Bekehrte, die von einem Irrweg abgebracht werden konnten. Sie erscheinen entweder als Verräter oder als Befreite, als Verblendete und Irrgläubige oder als Erkennende, die Lügen und falsche Ansichten schließlich durchschauen. Die jeweilige Perspektive bedingt, welche Bewertung und Benennung einem Wechsel des ideologischen Lagers zukommt. Grenzüberschreitungen stellen eines der wichtigsten Elemente von Erzählun- gen dar.3 Die bipolare Struktur, die den Diskurs des Kalten Krieges kennzeich- net und die sowohl topographische als auch abstrakte semantische Ebenen betrifft, generiert eine Vielfalt an potentiell erzählbaren Handlungsmustern, darunter auch den Seitenwechsel, der in den vorhergehenden Kapiteln in verschiedener Gestalt bereits thematisiert worden ist. Die Grenzüberschreitung in topographi- scher Hinsicht ist etwa in den Kapiteln zur Grenze (Kapitel  1) und zu den Rei- seerzählungen hinter den Eisernen Vorhang (Kapitel  2) von hoher Relevanz, die Grenzüberschreitung in ideologischer Hinsicht wurde im Zusammenhang mit gegensätzlichen ideologischen Systemen wie Christentum und Materialismus/ Atheismus (Kapitel  5), Nationalsozialismus und Antifaschismus (Kapitel  7) oder 1 Stanislaw Jerzy Lec: Unfrisierte Gedanken. In: Dor, Federmann: Der politische Witz, S. 245. 2 Sir John Harrington. Zit. nach Erik v. Kuehnelt-Leddihn: Nur eine Frage des Datums? In: Gerd- Klaus Kaltenbrunner (Hg.): Tragik der Abtrünnigen. Verräter, Ketzer, Deserteure. München: Herder 1980, S.  176–186, hier S.  183. 3 Matías Martínez, Michael Scheffel: Einführung in die Erzähltheorie. Erw. u. akt. Aufl. Mün- chen: Beck 2012, S.  160.
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Diskurse des Kalten Krieges Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Title
Diskurse des Kalten Krieges
Subtitle
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-20380-3
Size
15.9 x 24.0 cm
Pages
742
Categories
Geschichte Nach 1918
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