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Ab den 1920er-Jahren verfasste er nebenberuflich Romane und Kurzgeschichten. Ab 1935
entfaltet er eine sehr rege und regelmäßige literarische Produktion, die vor, während und
nach dem Zweiten Weltkrieg nicht ausgesetzt hat und über 50 Romane, über 100 Kurz-
geschichten und Arbeiten für den Film hervorbringt. Nach 1945 lebt er in St. Wolfgang
und arbeitet hauptberuflich als Autor von Unterhaltungsliteratur. Viele seiner Bücher
wurden in Zeitschriften vorabgedruckt. Seine Romane der Nachkriegszeit widmen sich
aber auch zeitgenössischen Problemen der österreichischen Gesellschaft. Die von ihm
beschriebene Familie „Die Meinrads“ aus dem gleichnamigen Roman (1950) geht auf
nationale und politische Spannungen Ende des 19.
Jahrhunderts in Österreich ein. 1952
erschien sein Roman Zwischen Gott und Teufel. Roman um Atomspionage im Salzburger
Bergland Verlag. Im Zentrum der Handlung steht der Spionagekampf nach Ergebnissen
der Atomforschung zwischen den USA und der UdSSR, daneben werden auch morali-
sche Zweifel an der Verwendung von Atomwaffen geäußert.
Quellen:
Walter Habel (Hg.): Wer ist wer? Berlin: Arani 1955, S. 611.
Alfred Heller an den [sic] Magistrat der Landeshauptstadt Linz, 4. Juni 1965, Archiv der Stadt Linz
(AstL), Personenkataster.
Alfred Heller. Fragebogen aus dem Oberösterreichischen Biographischen Archiv im Stifterhaus
(Linz), Sign.: 1135.
Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter-Partei Personal-Fragebogen, 24. Mai 1938, Österreichi-
sches Staatsarchiv,
Gauakt Alfred Heller.
Rudolf Henz
geboren am 10.5.1897 (Göpfritz, Niederösterreich), gest. am 12.2.1987 (Wien). Henz
stammte aus einer christlich-konservativen Familie. Von 1915 bis 1918 diente er als Sol-
dat im Ersten Weltkrieg und absolvierte die Theresianische Militärakademie in Wiener
Neustadt. Ab 1919 studierte er Germanistik und Kunstgeschichte in Wien und promo-
vierte 1923. Henz war als Referent bei der katholischen Volksbildung aktiv. Ab den
1920er-Jahren schrieb er Gedichte, Dramen, Erzählungen und Romane, die sich vor allem
mit historischen und religiösen Themen beschäftigten. Seine Kriegserlebnisse hat er unter
Pseudonym im Gedichtband Lieder eines Heimkehrers (1920) und im autobiographischen
Roman Dennoch Mensch
… (1935) verarbeitet. Ab 1929 war er Mitglied des Programm-
beirates der österreichischen Rundfunkgesellschaft RAVAG, von 1931 bis 1938 fungier-
te er als deren wissenschaftlicher Direktor. Ab 1934 hatte er als Bundeskulturrat eine
maßgebliche kulturpolitische Funktion im österreichischen Ständestaat inne. 1934 leite-
te er auch das Kulturreferat der „Vaterländischen Front“. Henz wurde nach dem „Anschluss“
Österreichs 1938 aus seinen Funktionen entlassen. Ab 1939 war er Mitglied der Reichs-
schrifttumskammer und publizierte während des Nationalsozialismus mehrere histori-
sche Romane. In der Wissenschaft wird diskutiert, ob Henz als Vertreter der „Inneren
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634 Autorinnen- und Autorenlexikon
Diskurse des Kalten Krieges
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
- Title
- Diskurse des Kalten Krieges
- Subtitle
- Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20380-3
- Size
- 15.9 x 24.0 cm
- Pages
- 742
- Categories
- Geschichte Nach 1918