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Quellen:
Johann Holzner, Christine Riccabona: Der Löwe von Lans. Erik Maria Ritter von Kuehnelt-Led-
dihn. In: Sieglinde Klettenhammer (Hg.): Kulturraum Tirol. Literatur – Sprache – Medien.
Innsbruck: Innsbruck Univ. Press 2009, S. 121–135.
Erik Kuehnelt-Leddihn: Significance of the Hungarian Revolution. In: Catholic World 92 (1957)
H. 185, S. 14–21.
Ders.: Russia, Thirty Years later. In: National Review 9 (1963) H. 37, 3.12.1963, S. 479–481.
Ders.: Weltweite Kirche. Begegnungen und Erfahrungen in sechs Kontinenten 1909–1999. Stein am
Rhein: Christiana-Verlag 2000, S. 61.
N.N.: Die besten Romane über den Bolschewismus. In: Reichspost, 5.3.1936, S. 5.
Eduard Rabovsky: Religiöse Tarnung für Pornographie. In: Tagebuch 7 (1952) H. 5, 1.3.1952, S.
3.
Auguste (Wilhelmine) Lazar
geboren 12.9.1887 (Wien), gestorben 7.4.1970 (Dresden), Tochter des Baurats und Eisen-
bahndirektors Adolf Lazar, gehörte einer zum Katholizismus konvertierten jüdischen
Familie an. Sie studierte Literaturgeschichte in Wien (Titel der Dissertation: E.
T.
A. Hoff-
manns ‚Prinzessin Brambilla‘, 1916) und arbeitete anschließend als Lehrerin an der von
Eugenie Schwarzwald geführten Mädchenschule. 1920 heiratete sie den Mathematik-Prof.
Karl Wieghardt und zog mit ihm nach Dresden. Als dieser 1924 stirbt, pflegt sie verstärkt
Kontakt zur Arbeiterbewegung und linken Intellektuellenszene (Viktor u. Eva Klempe-
rer, Herbert Gute, Lea und Hans Grundig, Hermann und Käte Duncker, Marxistische
Arbeiterschule). Bis 1939 engagiert sie sich im deutschen Widerstand, indem sie Verfolg-
ten Unterschlupf bietet. Zwischen 1935 und 1938 reist sie mehrfach nach Dänemark, wo
eine ihrer Schwestern, die Schriftstellerin Maria Franziska Lazar (verh. Strindberg, Pseud.:
Esther Grenen), zusammen mit Bertolt Brecht und Helene Weigel bei Karin Michaelis
lebt. Ihre erste Publikation, der Kinder- und Jugendroman Sally Bleistift in Amerika,
erschien wegen der NS-Machtergreifung zuerst 1935 in deutscher Sprache in der „Ver-
lagsgenossenschaft ausländischer Arbeiter in der UdSSR“ (Moskau, Leningrad) unter
dem Pseudonym Mary Macmillan. Wegen ihres jüdischen Familienhintergrundes muss-
te Lazar 1939 emigrieren. Zwei ihrer sieben Schwestern, denen dies nicht gelang, starben
in deutschen Konzentrationslagern. Lazar flüchtete nach Großbritannien, wo ihre Tätig-
keit zwischen schlechtbezahlten Anstellungen (Köchin, Stenotypistin) und Arbeitslosig-
keit schwankte. Daneben eignete sie sich Wissen im Britischen Museum an. Durch Her-
mann Dunckers Vermittlung kam sie in Kontakt mit der englischen Arbeiterbewegung.
1947 wurde Sally Bleistift in Amerika in Wien im Globusverlag gedruckt, 1949 in Dres-
den. In der DDR gehörte der Roman zum schulischen Kanon und erfuhr 17 Auflagen.
Lazar kehrt 1949 aus dem Exil in die DDR zurück, wo sie 1951 der SED beitritt. Sie scheint
zunächst eine Rückkehr nach Wien geplant zu haben, die ihr aber sehr erschwert wurde
(Auguste Lazar an Globus). Kurzzeitig ist sie bei Radio Dresden, dann als freie Schrift-
stellerin tätig. Sie verfasst zwischen 1950 und 1970 mehrere Jugendromane. Dazu zählen
Jan auf der Zille (1950), Bootsmann Sibylle (1953), Der neue Däumling (1954) und Jura
645Autorinnen-
und Autorenlexikon
Diskurse des Kalten Krieges
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
- Title
- Diskurse des Kalten Krieges
- Subtitle
- Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20380-3
- Size
- 15.9 x 24.0 cm
- Pages
- 742
- Categories
- Geschichte Nach 1918