Page - 661 - in Diskurse des Kalten Krieges - Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
Image of the Page - 661 -
Text of the Page - 661 -
Susanne Wantoch: Die österreichische Intellektuellendelegation berichtet aus Rumänien. In: Ös-
terreichische Volksstimme, 8.4.1955, S. 8.
Dies.: Die Last der Mitschuld. In: Tagebuch 11 (1956) H. 23, 1.12.1956, S. 2.
Dies.: Wer führt den Klassenkampf? In: Tagebuch 12 (1957) H. 3, März, S. 11.
Dies.: Polnische Reisebilder. In: Volksstimme, 1.9.1957, S. 13.
Wienbibliothek im Rathaus, Teilarchiv Verband demokratischer Schriftsteller und Journalisten Ös-
terreichs, ZPH 1449.
Joseph Wechsberg
geboren am 29.8.1907 (Mährisch-Ostrau), gestorben am 10.4.1983 (Wien). Wechsberg
wuchs in einer großbürgerlichen jüdischen Familie auf. Ab 1925 studierte er Welthandel
und Musik in Wien sowie Rechtswissenschaften in Paris und Prag. Nachdem er 1930 an
der Universität Prag promoviert hatte, arbeitete er bis 1936 als Anwalt in einer Prager
Kanzlei. Erste journalistische Beiträge und Erzählungen Wechsbergs erschienen in der
Prager Morgenzeitung, der Vossischen Zeitung und dem Prager Tagblatt, dane-
ben engagierte er sich als Parlamentssekretär für die Prager Jüdische Partei. Es folgen
erste Publikationen als Reiseschriftsteller, darunter Die große Mauer (1937). 1938 ging
Wechsberg im Auftrag des „Tschechoslowakischen Export-Instituts“ in die USA, wo er
Vorträge über die kulturelle, ökonomische und politische Situation der tschechoslowa-
kischen Republik halten sollte. Nach der Unterzeichnung des Münchner Abkommens im
September 1938 fand er sich unvorbereitet im Exil wieder. 1943 wurde er zur US-Army
einberufen und war im Rang eines „Technical Sergeant“ (entspricht: Feldwebel) der
USAAF in der „Psychological Warfare Division“ tätig. Er kam als Militärkorrespondent
nach Europa, wo er für die „U. S. War Crimes Commission“ des „Office of Strategic Ser-
vices“ (OSS) tätig war. 1944 nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Im Exil
schrieb er journalistische Beiträge für ausländische Zeitungen, ab 1943 war er Mitarbei-
ter und Europa-Korrespondent des New Yorker, für den er zahlreiche Reportagen über
zeitgeschichtliche und kulturgeschichtliche Themen verfasste.
Ab den 1940er-Jahren veröffentlichte Wechsberg seine Bücher in englischer Sprache,
einige davon wurden später ins Deutsche übersetzt. Neben verschiedenen zeitgeschicht-
lich geprägten Romanen hat er Bücher zu kulinarischen Themen, Kunst, Architektur und
Musik verfasst. Die Eindrücke von der Rückkehr in seine von den Russen besetzte Hei-
matstadt Ostrau hat er in seinem 1946 erschienenen Buch Homecoming, dem eine Arti-
kelserie im New Yorker vorausgegangen war, verarbeitet. Seit 1950 lebte Wechsberg
abwechselnd in Wien und Meran. 1955 erschien der Roman The self-betrayed, in dem
das kommunistische System und die „Schauprozesse“ in den Satellitenstaaten der Sow-
jetunion kritisiert werden. Unter dem Titel Der Stalinist erschien das Buch 1970 in deut-
scher Übersetzung im Wiener Molden Verlag. Nach zahlreichen Reportagen aus Ländern
des realen Sozialismus, die als „Letter from Prague“, „Letter from Belgrade“, „Letter from
Warsaw“ oder „Letter from Budapest“ im New Yorker erschienen sind, veröffentlichte
661Autorinnen-
und Autorenlexikon
Diskurse des Kalten Krieges
Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
- Title
- Diskurse des Kalten Krieges
- Subtitle
- Eine andere österreichische Nachkriegsliteratur
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2017
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-20380-3
- Size
- 15.9 x 24.0 cm
- Pages
- 742
- Categories
- Geschichte Nach 1918