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Vor 1918
Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918 - Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
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272 DieKonsuln zeichnet, er bleibe sogar über die Amtsstunden (und erledige hauptsächlich seine Privatkorrespondenz); mit Vergnügen absolvierte er monotone Angelegenheiten (Passgesuche, Spitalsanweisungen u.a.); im Verkehr mit Parteien war er nicht zu- mutbar; „ sein ganzes Wesen u. Wirken ist darauf gerichtet, das was man in Wien eine ‚ Hetz` nennt auf den Dienst und die Gesellschaft zu übertragen.“ Stephani wollte seine Versetzung. Im März 1887 wiederholte Stephani seinen Wunsch, das Ministerium lehnte am 23. März 1887 ab, weil keine konkreten Fälle angeführt waren, die ein Disziplinarverfahren gerechtfertigt hätten. Ein anonymes Schrei- ben aus der ö.-u. Kolonie an Außenminister Kálnoky bezeichnete Stephanie und die zwei Eleven (Dessewffy u. Fluck) als nicht tragbar; Stephani sei ein schwa- cher Amtsleiter; man könne nicht unterscheiden, wer Herr und wer Diener sei, die Eleven schikanierten die Parteien. Fluck wurde mit Erlass v. 23. Dez. 1887 nach Edirne versetzt und am 1. Jänner 1888 in Belgrad des Dienstes enthoben; er hielt sichtrotzUrgenzvom24.Febr.1888inBelgradauf, reisteam29.Febr.1888 nach Niš und traf am 8. März 1888 in Edirne ein (= DA); im März 1889 erhielt Fluck eine Vorladung zum türkischen Strafgericht wegen Körperverletzung eines minderjährigen muslimischen Mädchens, das ihm nicht rechtzeitig auf der sehr frequentiertenHauptstraßeEdirnesausgewichenwarundwelchesinfolgedeserlit- tenen Sturzes und des dabei gehabten Schreckens für einige Zeit bettlägerig war – im Schriftstück des Vali wurde der Name von Fluck als First angegeben, der ö.-u. Vertreter inEdirnekonntezunächstdaraufhinweisen,dasskeinKonsularbeamter so heiße, deshalb wurde die Vorladung nicht angenommen. Es war ein bis dahin unerhörter Vorgang, ein ö.-u. Konsularbeamter wurde vor ein türkisches Gericht geladen!DiesesAnsinnensolltedieBotschaftunddasAußenministeriuminWien beschäftigen. Botschafter Calice verlangte im Juli 1889, als er davon erfuhr, sofort dieAbreisenachWienunddortFlucksDarstellung.Österreich-Ungarnmüsseam Standpunkt festhalten, dass Konsularbeamte nicht vor türkische Gerichte gehör- ten. Obwohl Fluck alles abstritt, erfuhr Konsul Cingria von vertrauenswürdigen Personen auch von anderen Übergriffen des Beamten. Am 20. Juni 1889 fuhr Fluck in Levski mit seiner Kutsche rücksichtslos durch eine Fronleichnamsprozes- sion!EintürkischerMilitärapothekerinZivil,derbeschäftigtimWegstand,wurde mit einem kräftigen Hieb seines Regenschirmstockes beiseite getrieben. Zunächst beurlaubt, wurde Fluck ab 17. Okt. 1889 als Eleve provisorisch bei der Landesre- gierung in Sarajevo verwendet; provisorischer Regierungsvizesekretär der Landes- regierung in Sarajevo, Erlass v. 3. Juli 1890; DA 14. Juli 1890; als Anerkennung seiner eifrigen und ersprießlichen Dienstleistung erhielt er nach einem Ansuchen eine Bezahlung von 500 ., Erlass v. 2. Sept. 1894 (vorher seit Febr. 1891: 360 . jährlicheVergütung). „ ... Frhr. v. Fluck erfreut sich einer vorzüglichen körperlichen Gesundheit. Seine Geis- tesanlagen und Fähigkeiten können geradezu glänzend genannt werden; ebenso lässt ihn seine vornehme Erziehung, und die genossene ausgezeichnete Fachbildung in je-
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Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918 Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
Title
Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918
Subtitle
Ihre Ausbildung, Arbeitsverhältnisse und Biografien
Author
Engelbert Deusch
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2017
Language
German
License
CC BY 4.0
Size
17.4 x 24.4 cm
Pages
736
Keywords
Konsularbiografien, Konsularausbildung, Pflichten eines Konsuls, österreichisch-ungarische Konsulate, Arbeitsverhältnisse, Honorarkonsuln, Repräsentation
Categories
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Die effektiven Konsuln Österreich(-Ungarns) von 1825-1918