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Erica Tietze-Conrat - Tagebücher, Volume II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Page - 192 -
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Page - 192 - in Erica Tietze-Conrat - Tagebücher, Volume II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)

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192 Tagebuch 1938/1 Jetzt warten wir aufs Heimfahren ; wir haben gleich früh gepackt, was keine Kleinigkeit war. Hatte doch d. Jung- fer unseren Koffer ausgepackt u. in d. weiträumigen Zimmer in d. Überfluß von Hänge  – u. Legemöglichkeiten unsre Dürftigkeit ausgebreitet. Ganz zum Schluß fand Hans noch in einer unerschlossen gebliebenen Lade einen Hemdkragen, den er schon verloren ge- glaubt hatte. Er lag ganz einsam  … 8. Februar. Wir sind zurück in Dr Churchills Haus, finden eine Begrüßungskarte von ihr vor  – sie selbst kommt wohl morgen zurück. Gute Post auch von d. Kindern ; Stoffel schickt sein Jännerpatientenrefe- rat, das wirklich befriedigend ist, Anderl nur einen herzlichen Zettel. Er hat kein Heimweh nach Wien  – aber doch nach Europa. Es ist ausgelöst aus seinem Mit- fühlen, daß wir in Paris sind. „Das ist d. Stadt, nach der ich mich oft sehne“  –21 Wir sollen seine Briefe nicht nach Wien schicken  – er würde direkt hin- schreiben, schon wegen Großmama  … Wir waren ein Sprünglein bei Colnaghi, der uns d. Katalog seiner (im letzten Bur- l[ing ton] Mag[azine] besprochenen) Zeichn[ungen]-Ausstell[ung] schenkte u. uns in d. 2. Wochenhälfte einige Blätter zu zeigen versprach. Bei Agnew erreichten wir eine noch ausständige Tintorettophoto[graphie] u. trafen in d. Türe Kenneth Clark d. an- gegriffen aussah u. am nächsten Tag für einen Monat nach Paris aufzubrechen angab. Die Ausstellung d. 17. Jhs. war nur eine etwas lahme Angelegenheit  – mir schienen nur d. italienischen Z[eichnung]en sehr gut gewählt zu sein (Popham). Die Austell[ung] ist bis 7h offen (Donnerstag sogar bis 10 !)  – wir nutzten es aus u. endeten bei Burgs zum Abendessen, die jetzt in einem Appartmenthouse in Mount Royal wohnen. Er war ge- rade bei einer Nieren-Blasenuntersuchung gewesen, die ihn von vielen ausgestandenen Ängsten freisprach, mit d. Geschäft zufrieden, aber doch körperlich etwas shaky. Sonst freundlich u. taktlos wie immer. Es kam noch sein angeheirateter Neffe Dr Lukas hinzu, wurde rauchig und uninteressant. Um 11h waren wir zuhause.22 Abb. 55 : Ein Heiliger von Lorenzo Lotto aus der Sammlung Rayner- Wood, Malvern.
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Erica Tietze-Conrat Tagebücher, Volume II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Entnommena aus FWF-E-Book-Library
Title
Erica Tietze-Conrat
Subtitle
Tagebücher
Volume
II: Mit den Mitteln der Disziplin (1937–1938)
Editor
Alexandra Caruso
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2015
Language
German
License
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-205-79545-2
Size
17.0 x 24.0 cm
Pages
346
Category
Biographien
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Library
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