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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
onsratenvon4,15bis8,81 tha–1Jahr–1undjährlicheBodenabträgevon6bis30 t
ha–1 Jahr–1 identifizieren. Die vonAlewell et al. (2015) angewendeteMethode
liefertmittlereBodenabträge.EsgibtaberausgesprocheneSchneegleitwinter, in
denen–beziehungsweise imFrühlingdarauf–besonders starkerBodenabtrag
durchSchneeschurf (Blaikenbildung) erfolgt (WiegandundGeitner, 2013), so-
dassdurchausvonExtremereignissengesprochenwerdenkann.Hierbei ist je-
doch zu berĂĽcksichtigen, dass es sich bei Blaikenum flachgrĂĽndigeHangrut-
schungen handelt und nicht umBodenerosion im hier verwendeten Kontext.
Tasser et al. (2003) konnten in diesemZusammenhang zeigen, dass auch das
Management bei GrĂĽndlandbewirtschaftung in den Alpen von zentraler Be-
deutung für dieBodenerosionsgefährdung ist. So sindMähwiesenundWeide-
flächenweitauswenigerabtragsgefährdetalsBrachflächen.DieQuantifizierung
von Bodenabträgen auf alpinen Grünlandflächen und die Abschätzung der
ErosionsgefährdungbedürfenjedochweitererFallstudien,insbesondereweildie
Abtragsprozesse aufGrünlandder höherenLagenderAlpen seit einigen Jahr-
zehntenzuzunehmenscheinen.
14.4 Fallbeispiel
DieGemeindeMichelhausen imniederöstereichenTullnerfeldwar in denver-
gangenen Jahren immer wieder Schauplatz von Erosionsereignissen, die sich
auchnegativ imbesiedeltenRaumderGemeindeauswirkten, indemeinerseits
flächenhafte Sedimenteinträge einzelneWohnhäuser beschädigten, oder auch
derKanalnichtmehrinderLagewar,dasAbflusswasserzuentwässern.ImZuge
derUntersuchungenzudieserProblematikwurdenauchKartierungenzuEro-
sionsereignissendurchgefĂĽhrt. Am04.06.2008 fand einNiederschlagsereignis
ineinerGrößenordnungeiner5-bis10-jährlichenWiederkehrstatt (ca. 15mm
Ns in 30Minuten, insgesamt ca. 40mmGesamtniederschlag). FĂĽr Erosionser-
eignisse istallerdingsdasGefährdungspotentialnichtnurvondenauftretenden
Niederschlägen abhängig, sondern vor Allem auch von der aktuellen Erosi-
onsgefährdung eines Standortes, die in diesemFall hochwar, weil zumEreig-
niszeitpunkt fĂĽrdie angebautenHackfruchtkulturen (Mais, Sonnenblume,Zu-
ckerrĂĽbe) noch keine ausreichene Bodenbedeckung vorhandenwar. Dement-
sprechend wurden auf ca. 17% der Untersuchungsfläche Erosionsschäden
festgestellt. Der durchschnittliche Bodenabtrag im Untersuchungsgebiet
(267ha) betrug 18 t/ha, maximale Bodenabträge reichten bis zu 88 t/ha. Ab-
bildung03a zeigt dasAusmaĂźder Bodenerosion imUntersuchungsgebiet. In-
teressant ist die Verschneidung der Bodenabträge mit den angebauten Feld-
früchten (Abbildung03b). Es gibt zwar Hackfruchtflächen ohne Erosions-
schäden (aufgrund ihrer Topographie), allerdings Erosionsschäden nur in
Bodenerosion354
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
- Title
- ExtremA 2019
- Subtitle
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
- Authors
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Editor
- Katrin Sattler
- Publisher
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 778
- Category
- Geographie, Land und Leute