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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
mehrtenNutzung vonComputern unddem Internet sowie der zunehmenden
BesiedelungvongebirgigenRegionenjährlichmehrdokumentierteSteinschlag-
und Felssturz-Ereignisse. DieAuswirkungen der dokumentierten Steinschlag-
undFelssturz-EreignisseaufPersonenundInfrastrukturwurdenimZugedieser
Arbeit nicht analysiert; daherkönnenandieserStellekeinedirektenAussagen
über die Entwicklung vonExtremereignissen gemachtwerden. Jedenfalls sind
die vorhandenen Aufzeichnungen lückenhaft und nicht repräsentativ. Jede
SchlussfolgerungausdiesenDatenmussmitVorsichtbehandeltwerden.
In den letzten Jahrenwerden inwissenschaftlichen undnichtwissenschaft-
lichenMedienvermehrt Bedenken einer höherenGefahr durch (extreme)Na-
turereignisse inFolgedesKlimawandelsgeäußert.SassundOberlechner(2012)
haben die inÖsterreich vorhandenen Aufzeichnungen verglichen und unter-
sucht,umeinenallumfassendenTrenddurchKlimawandel festzustellen.Dabei
wurden keine mikroklimatischen Situationen (wie Frost-Tau-Wechsel oder
Porenwasserdruck)berücksichtigt.
DieAnalyse von252Ereignissen inÖsterreichzwischen1900und2010mit
einemAbbruchvolumenzwischen102und106m3hatgezeigt, dassnur9%der
EreignisseinHöhenlagenüber2.100m(woPermafrostmöglichwäre)auftreten.
MitwärmerenSommernkannesvermehrtzuEreignisseninzurückweichenden
Permafrost-Regionenkommen.EsgibtaberderzeitkeinenHinweisdarauf,dass
die Ereignisse unter 2.100m (außerhalb der Permafrost-Zone)wegen desKli-
mawandels zunehmen. Eine Untersuchung in der Schweiz ergab das Gleiche
(Gruner,2008). ImjährlichenVergleichmitNiederschlagundTemperaturkann
keine Korrelation zwischen Erwärmung und Ereignissen gefunden werden.
Bestenfalls ist eine Tendenz zumehr Ereignissen in kalten Jahren, besonders
nach kalten Wintern (ev. wegen Frostsprengung), festzustellen. Die meisten
EreignissefindenimFrühlingstatt,vermutlichwegenvermehrterWasserzufuhr
durch Schmelzwasser undRegen (Porenwasserdruck) sowie durch Frost-Tau-
Wechsel.DieAuswertungenvonNiederschlagsdatenbis 2006 zeigenkeineZu-
nahmeanextremenNiederschlägen inÖsterreich (Rudel 2008).Aufgrundvon
wärmerenWintern könnte es eine saisonale Verschiebung der Ereignis-Häu-
figkeit vonFrühling auf Sommer geben, aber auf eine allgemeineEreignis-Zu-
nahmegibt eskeineHinweise (SassundOberlechner, 2012).
17.4.2 Schutzmaßnahmen
SeitBeginnderUmsetzungvonSchutzbauwerkengegenSteinschlaginderMitte
des20. Jahrhundertskames immerwiederzumVersagensolcherSysteme.Das
VersagenhattedurchausunterschiedlicheUrsachen.Diesekönneneinerseits in
einer unzureichenden Bemessung der aufzunehmenden Einwirkungen und/
EntwicklungvonExtremereignissen imalpinenRaum 439
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Title
- ExtremA 2019
- Subtitle
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Authors
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Editor
- Katrin Sattler
- Publisher
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 778
- Category
- Geographie, Land und Leute