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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
undDuffy,1990),diedabeifĂĽrverschiedenenUntergrĂĽndeundHangneigungen
beobachtet wurden. Die Modellergebnisse sind daher jedenfalls mit solchen
gemessenenDateninHinblickaufihrePlausibilitätzuprüfen.Grundsätzlichist
jedoch davon auszugehen, dass die Variabilität derModellergebnisse weniger
vomModell selbst als vomAnwenderabhängt (BergerundDorren, 2007).
Behandlung vonAusreiĂźern derModellierung bei der Gefahrenzonen-Ab-
grenzung: FĂĽr dieAusscheidung vonGefahrenzonen oder qualitativenGefah-
ren-HinweisbereichensinddieModellergebnisseentsprechendzubewerten.Bei
einer ausreichendenAnzahl vonmodelliertenBlöckenkann i.d.R. einkonver-
gentesErgebniserzieltwerden,dasauchreproduzierbarist.Gibtesbeisoeinem
Ergebnis AusreiĂźer, die sehr untypische Reichweiten zeigen, ist es vertretbar,
solcheModellergebnissezueliminieren.Es ist zwardurchausmöglich,dassdie
Modelle auch solcheextremenEreignissekorrektdarstellen,dieEintrittswahr-
scheinlichkeit solcher extremen Ergebnisse, die meist in Kaskaden von un-
gĂĽnstigenParameterkombinationenbegrĂĽndetsind, ist jedochsehrgeringund
dahernicht zwingendrelevant fĂĽrdieDarstellungvonGefahrenzonen.
17.6.3 AusblickaufmöglichezukünftigeEntwicklungen
InHinblick auf einen bevorstehenden bzw. bereits erkennbarenKlimawandel
mit einer Häufung von extremenWetterphänomenen kannmit hoherWahr-
scheinlichkeit auch von einem Anstieg von Extremereignissen – auch bei
Sturzprozessen – ausgegangenwerden. In Anbetracht des Charakters der Be-
messung von Schutzbauwerken auf ein »Bemessungsereignis«, das wiederum
einedefinierteWiederkehrperiode aufweist,mussdarauf hingewiesenwerden,
dassmit demretrospektivenCharakterdieser Festlegungnur sehrbedingt auf
signifikanteÄnderungenderMagnitudeundFrequenzvonSchadensereignissen
eingegangen werden kann. Daher wäre gegebenenfalls ein Überdenken des
»Bemessungsereignisses« notwendig, um mittel- bis langfristig das derzeit
existierendeSicherheitsniveauzuhalten.
ÄhnlicheEinschränkungensind inHinblickauf eineprogressiveSiedlungs-
entwicklung gültig. Hier kann über einen risikobasiertenAnsatz eine Lösung
angebotenwerden.DasheiĂźt,dassdieerrichtetenSchutzmaĂźnahmenzueinem
definierten (akzeptablen) Restrisiko fĂĽhren (vgl.Ă–GG, 2014), das auf das be-
stehendeSchadenspotentialabgestellt ist.WirddurchdieSiedlungsentwicklung
dasSchadenspotential erhöht,müssenbeiderÜberschreitungdesakzeptablen
RestrisikosdiebestehendenSchutzmaĂźnahmenentsprechendnachgezogenund
verbessert werden.Hierzuwäre jedochbei allen Schutzprojekten eine Ermitt-
lung des nach Realisierung derMaĂźnahmen bestehenden Restrisikos durch-
zuführen.Dies ist derzeit inÖsterreichnur inAusnahmefällengegeben.
SteinschlagundFelssturz454
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
- Title
- ExtremA 2019
- Subtitle
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
- Authors
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Editor
- Katrin Sattler
- Publisher
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 778
- Category
- Geographie, Land und Leute