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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
allgemein verfügbaren Basisdaten (z.B. digitales Höhenmodell, Landnut-
zungskarte, Geologische Karte) ausgehend sogenannte Parameterkarten als
Derivate abgeleitet.DieVerwendung insbesonderevonBasisdatenmitklassifi-
zierten Einheiten (z.B. Landnutzungskarte, Geologische Karte) beinhaltet je-
dochzahlreicheUnsicherheiten,daderenErstellungaufandereFragestellungen
und Zielsetzungen abzielt und somit die kartenspezifische Klassifikation oft
keine direkte Prozessrelevanz hat. Deshalbmüssen aus solchen Basisdaten in
weitererFolgemittelsExpertenmethoden,dieverschiedenundindividuellsind,
prozessrelevante Parameterkarten abgeleitet werden (z.B. Tilch et al., 2011b;
Lima et al., 2017). Solche Parameterkarten sind jedoch aufgrund des den je-
weiligenBasisdatenzugrundliegendenMaßstabesoftnicht fürgroßmaßstäbige
oder kleinräumige Fragestellungen geeignet. Dieswurde in derVergangenheit
immer wieder dadurch bestätigt, dass die berücksichtigten Parameterkarten,
insbesonderejene,dieaufGeologischenKartenbasierten,meistkeinenodernur
geringenEinflussaufdasErgebnisvonstatistischenModellrechnungenhatten.
Vor diesemHintergrund wurde in den letzten Jahren damit begonnen, nach
methodischen Alternativlösungen zu suchen. Ein diesbezüglich optimistisch
stimmenderAnsatz ist beispielsweise, dass aeroradiometrischeDaten als Prä-
diktorvariable zwecks flächendetaillierter Ausweisung von Bereichen gleicher
bzw. unterschiedlicher Lockergesteinsbeschaffenheit herangezogen werden
(Tilchetal.,2018,2019).AufgrundderUnsicherheitenmüssendiemodellierten
Gefahrenhinweiskarten schlussendlich unbedingt validiert und evaluiert wer-
den (u. a. Steger et al., 2016; StegerundGlade, 2017).Hierfür gibt esverschie-
densteMethoden(ÖROK,2015),die jedoch imFallvonEinzelanwendungenzu
rechtunterschiedlichenErgebnissen führenkönnen.Deshalbwirdauchseitens
ÖROK (2015) empfohlen, stets eineKombinationverschiedenerValidierungs-
undEvaluierungsmethodenanzuwenden.
Über dieModellierung vonpotentiellen Entstehungsorten von gravitativen
LockergesteinsprozessenhinausgehendwerdenzunehmendModellrechnungen
hinsichtlich derAbschätzung der Reichweite bzw. Prozessbereiche vonHang-
murendurchgeführt(Mergilietal.,2019),wassehrwichtigfüreineAbschätzung
vonpotentiellenSchaden-undGefahrenbereichenist.Allerdingsbestehennoch
zahlreicheDaten- undModellunsicherheiten, so dass imHinblick auf verläss-
licheModellergebnissenocherheblicherForschungsbedarfbesteht.
Für Fragestellungen imKontextmit zukünftigenKlimaentwicklungen ist es
erforderlichdieSchwellenwertederprozessauslösendenFaktorenimKontextzu
den jeweils gebietsspezifischvorhandenen räumlichvariablennatürlichenund
anthropogenenStandortfaktorenzukennen.Diesbezüglichgibt esbereits eine
Vielzahl vonFallstudien, die sich jedoch zumeist auf gut untersuchte undmit
Monitoring-SystemenausgestatteteEinzelprozessebeziehen(z.B.Supperetal.,
2014; Stumvoll et al., 2019). Eine Übertragbarkeit der diesbezüglichen Er-
EinschätzungdesSachstandesundUnsicherheiten 479
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Title
- ExtremA 2019
- Subtitle
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Österreich
- Authors
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Editor
- Katrin Sattler
- Publisher
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 778
- Category
- Geographie, Land und Leute