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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 Prozentzahl pro Grad Erwärmung (–5 8 bis 0 8C) ab; (iii) Die duktile Defor- mierbarkeit vonEis inKlüftennimmtvon–5 8bis 0 8Cstark zu; (iv)Die Fes- tigkeit von feinmaterialgefüllten Klüften nimmt von 5 8 bis 0 8C stark ab (Krautblatter et al., 2013; Mamot et al., 2018). Gleichzeit treten in degradie- rendenPermafrostfelsenhohecryo-undhydrostatischeDrückeaufundalpine Felswände befinden sich bereits oft in einem kritischen Spannungszustand (Krautblatter undLeith, 2015).Daraus ergeben sich nicht-lineare Zusammen- hängenzwischendemTemperaturregimeimUntergrundundderFelsstabilität, auch wenn in besonders heißen Sommern vermehrt Felsstürze beobachtet wurden.Permafrostbedingungenkönnendurchaus stabilisierendeEigenschaf- tenaufHängehaben.MechanischeTests zeigenhierbei jedocheineklareTem- peraturabhängigkeit: JewärmerdieTemperatur einer gefrorenenGesteinspro- be, desto leichter kann in künstlichen Scherversuchen ein Bruch imGestein herbeigeführt werden (Krautblatter et al., 2013). ImUmkehrschluss bedeutet dies, dass extrem kalte Felsbereiche und eisgefüllte Klüfte einen höheren Scherwiderstand aufweisen als Bereichenahe 0 8Cund somit eine höhere Sta- bilität zeigen. Eine deutlicheVerminderung der Stabilität entsteht dabei nicht erst bei völligem Auftauen, also bei Felstemperaturen über 0 8C. Bereits bei Temperaturerhöhungen imMinusbereichnehmenBewegungenundBrüche im Fels rapide zu (Davies et al., 2000). Permafrosterwärmung inden Felswänden derAlpenkanndahereinenegativephysikalischeWirkungaufdieFelsstabilität zugeschriebenwerden.ZusätzlichkönnenEiswachstuminKlüftenundSpalten (sog. Segregationseis) und das Auftreten von Frost-Tau-Zyklen zu erhöhtem Druck im Fels führen, und somit zu vorbereitenden Faktoren für Felsstürze werden. Daraus ergibt sich, dass nicht allein eine Temperaturerhöhung aus- schlaggebend für die Entstehung vonFels- undBergstürzen imPermafrostbe- reich ist, sondern oft einemeist unbekannteAnzahl an Faktoren das Ereignis vorbereitet und ausgelöst haben.Während kleinere Ereignisse (< 100.000m3) meist als Reaktion auf kurzfristige, extremeTemperaturerhöhungen (Hitzepe- rioden)entstehenundsomitgehäuft indenSommermonatenstattfinden,treten größereStürzedasganzeJahrüberauf(Luethietal.,2015).Derzeitwerdendrei Mechanismendiskutiert wie ein Temperaturanstieg imPermafrost zurAuslö- sungvonSturzprozessen führenkann: 1) Erwärmung von Klufteis und Felskontakten durch konduktiven Wärme- transport. Hierbei wird mit zunehmender Tiefe ein zeitlicher Verzöge- rungseffekt angenommen, bis ein Temperaturimpuls in den Permafrostbe- reichvordringt.SolassensichauchFelsstürzeerklären,dieimHochwinter in Permafrostgebietenentstehen(Phillips et al., 2017). 2) Eindringendes Schmelzwasser in Klüften führt zum Auftauen von Eis im UntergrundundAufbauvonKluftwasserdruckundsetzt somitdieStabilität herab. PermafrostundNaturgefahren 547 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
Title
ExtremA 2019
Subtitle
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
Authors
Thomas Glade
Martin Mergili
Editor
Katrin Sattler
Publisher
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Date
2020
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
778
Category
Geographie, Land und Leute
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