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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924
in Abständen von 100 bis 200 Jahren – von Erdbeben der Intensität 88 und
darĂĽberheimgesuchtwurde.
Meistenswerden schwächereBebennicht imgesamtenBundesgebietwahr-
genommen,abertatsächlichfindenvieledieserkleinenBebeninBereichenstatt,
indenenesvornichtallzu langerZeit auchstärkereErdbebengegebenhat,die
dannmitschwerenGebäudeschädenverbundenwaren.Oftkannmansichaber
an solcheEreignisse nicht erinnern–oder hat gar keineKenntnis davon,weil
diese Erdbeben schon sehr lange zurĂĽck liegen und sich der Erinnerung ent-
ziehen.NurwenigePersonenkönnensichinzwischennochandasErdbebenvon
SchwadorfbeiWien imJahr1927oderObdach1936oderPuchberg1939erin-
nern.AuchdasErdbebenvonSeebenstein imJahr1972 istbereitsder jĂĽngeren
Generation kein Begriffmehr, obwohl die Auswirkungen aufWien beachtlich
waren (Drimmel undDuma, 1974). Obwohl das Epizentrum60kmvonWien
entferntwarstürztendamalsu.a.15MeterderBalustradederUniversitätWien
auf denBĂĽrgersteig, unddie Feuerwehrmusste hunderteMale ausrĂĽckenum
herabgestĂĽrzteKaminevondenStraĂźenundGehwegenzubeseitigen.
Seit 1.April 2000 existiert im Erdbebendienst ein Bereitschaftsdienst, der
gewährleistet, dass die entsprechenden Stellen des StaatlichenKrisenmanage-
mentsĂĽbereinwahrgenommenesErdbebensofortKenntnis erhalten.
Fachbegriffe undDefinitionen (Abbildung01)
Epizentrum:Projektion des Erdbebenherdes an der Erdoberfläche, entspricht
meistdemOrtder stärkstenAuswirkung (Fühlbarkeitbzw.Schäden).
Erdbebengefährdung:Als»Erdbebengefährdung«wirdeineBodenbewegung
(meist inhorizontalenBeschleunigungendesBodens)angegeben,diemiteiner
bestimmten Wahrscheinlichkeit an einem definierten Standort nicht ĂĽber-
schrittenwird (Lenhardt, 1995, 1997).Damit unterscheidenwir sie grundsätz-
lich vom »Erdbebenrisiko«, das die Wahrscheinlichkeit eines bestimmten
Schadens –meist als Schadenskosten ausgedrückt – beschreibt. Dieser hängt
vonder Erdbebengefährdung sowie derAnfälligkeit undNutzung vonBauob-
jekten ab.Manchmalwerden auchProduktionsausfällemitberücksichtigt.Das
Erdbebenrisiko ist nicht nur fĂĽr Versicherungen von Interesse, sondern zeigt
auch die wirtschaftlichen Konsequenzen von Erdbeben in ihrer vollen Band-
breite (Schäden an wichtigen Infrastrukturen, Unterbrechung von Verkehrs-
wegenbzw.Transportrouten,Tourismus) auf. FĂĽrdiePlanungundErrichtung
von Bauwerken sind deshalb Standortbewertungen von groĂźer Bedeutung,
welchedieGebäudebelastungeninAbhängigkeitderNutzungsdauer(inEuropa
werden 50 Jahre für gewöhnlicheWohngebäude angenommen) und dem ak-
zeptablenRestrisiko (inEuropa10%)berĂĽcksichtigen (Lenhardt, 2010).
ImWeiteren unterscheidet man zwischen »probabilistischen« und »deter-
ministischen« Gefährdungsaussagen. Während erstere auf statistischen Be-
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Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
- Title
- ExtremA 2019
- Subtitle
- Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
- Authors
- Thomas Glade
- Martin Mergili
- Editor
- Katrin Sattler
- Publisher
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Date
- 2020
- Language
- German
- License
- CC BY-NC-ND 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1092-4
- Size
- 15.5 x 23.2 cm
- Pages
- 778
- Category
- Geographie, Land und Leute