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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 beobachteter Daten oft nur angenähert werden kann (Sturm et al., 2018a,b). DennochwirdindervorliegendenStudiediephysischeVulnerabilitätalsQuelle für jedes andereVulnerabilitätskonzept verstanden,da,wenneskeineAuswir- kungenaufgrundeines gefährlichenEreignisses auf gefährdeteElemente gäbe, keinVerlust entstehenunddieGesellschaft als Ganzes nicht Schaden erleiden würde (Fuchs, 2009). 27.2.2 InstitutionelleVulnerabilität Wenn das Konzept der Vulnerabilität über einen anthropozentrischenAnsatz definiert wird, hängtmenschlichesVerhaltenmit denAuswirkungen vonNa- turgefahren zusammen. Dementsprechend haben Einzelpersonen eine Reihe vonWahlmöglichkeiten,umdieExpositionzureduzierenunddieVulnerabilität zu verringern, die durch ein Rahmenwerk bestimmt wird, das aus dem vor- herrschendenpolitischenSystemunddendamit verbundenen institutionellen Strukturen besteht (Papathoma-Köhle undThaler, 2018). Daher wirddie Per- spektive der institutionellen Vulnerabilität durch die soziopolitischen, kultu- rellen undwirtschaftlichenRahmenbedingungen definiert, die zusammendie GefährdungausdifferenzierenunddiedamitverbundeneAuswirkungsowiedie Fähigkeit, sich von Schäden zu erholen und zukünftige Bedrohungen abzu- wehren, bestimmt (Eakin und Luers, 2006). Das Konzept der institutionellen Vulnerabilität betont die Interaktion zwischen Mensch und Umwelt und ist definiert durch bestehende Ungleichheiten bei der Verteilung von und dem ZugangzuRessourcen(Wisneretal.,2004;EakinundLuers,2006).Maßgeblich hierfür sind Faktoren wie die Ausgestaltung des rechtlichen Rahmens und dessen Umsetzung, Kommunikationsdefizite undmangelnde Beteiligung der maßgeblichen Akteure, die verfügbaren Risikotransfersysteme, sowie Land- nutzungsplanung (Papathoma-Köhle und Thaler, 2018). ImHinblick auf das Ziel, die Vulnerabilität zu verringern, und unter Berücksichtigung der darge- legtenKomplexitätderSchadensanfälligkeitgegenüberNaturgefahren,wirdder Umgangmit Naturgefahrenweitgehend dempolitischen Entscheidungsträger zugewiesen (Rudolf-Miklau et al., 2015). Daher wird inÖsterreich die indivi- duelleVorsorgezunehmendvernachlässigt, unddie Institutionenübernehmen dieVerantwortung für EntscheidungenundMaßnahmen, umdasNaturgefah- renrisiko zumindern und die Schadensanfälligkeit zu verringern (Kanonier, 2006). Zu diesen Entscheidungen undMaßnahmen gehören (1) die Verringe- rung der Eintrittswahrscheinlichkeit potentiell gefährlicher Prozesse, die in Österreich seit Jahrzehnten institutionell von unterschiedlichen Akteuren (BMNT, BMI, Wasserbauverwaltungen der Länder, Wildbach- und Lawinen- verbauung) wahrgenommen werden, und (2) die Reduktion der negativen Vulnerabilität684 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
Title
ExtremA 2019
Subtitle
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
Authors
Thomas Glade
Martin Mergili
Editor
Katrin Sattler
Publisher
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Date
2020
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
778
Category
Geographie, Land und Leute
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