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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 aufgrundeinesInformationsdefizitsinBezugauf(1)daszeitlicheundräumliche Auftreten vonNaturgefahren und (2) Ansätze undKonzepte zur Vermeidung vonVerlustennicht sehrweit verbreitet (Thaler et al., 2018a).Darüber hinaus existieren inÖsterreichunterschiedlicheStrategien,umdieAuswirkungenvon Naturgefahrenzuverringern, insbesondere inBezugaufdieKompensationvon Schäden (Prettenthaler und Vetters, 2005). Diese Strategien, vor allem der staatliche Katastrophenfonds (RepublikÖsterreich, 1996, 2005) und private Versicherungslösungen, sind weder in Bezug auf die Risikominimierung be- sonders koordiniert noch schaffen sie erheblicheAnreize,Verluste zu vermei- den, einAspekt, der in Bezug auf die institutionelleVulnerabilität in den fol- gendenAbsätzendetaillierterdiskutiertwird. Mehrere Autoren argumentieren, dass neben politischen Gremien und nachgeordnetenBehörden – oft aufgrundder jeweiligen rechtlichenRahmen- bedingungen–einVersicherungssystemeinvielversprechender institutioneller Rahmenseinkönnte,umdieVulnerabilitätdurchNaturgefahrenzureduzieren (für eine Zusammenstellung vgl. Ungern-Sternberg, 2004; Fleischhauer et al., 2006; Fleischhauer et al., 2012). In anderen Studienwurde parallel dargelegt, dass der institutionelle RahmenvonVersicherungen imBereichvonNaturge- fahrennureinesuboptimaleLösungdarstelle,zumalderVersicherungsmarktin Österreichnichtodernurunzureichendfunktioniert(Prettenthaleretal.,2017). Der generelle Grund für dieseDefizite liegt in denPhänomenender adversen Selektionunddesmoralischen (subjektiven)Risikos (JaffeeundRussell, 2003; Raschky, 2008).BeidePhänomene sind inÖsterreichaufgrundeiner– zumin- dest imBereichprivaterHaushalte – freiwilligenVersicherunggegenNaturge- fahren anwendbar (Holub und Fuchs, 2009; Papathoma-Köhle und Thaler, 2018).Adverse Selektion ist definiert als die nachteiligeAuswirkung auf einen Versicherer, wenn Risiken gezeichnet werden, die eine höhere Verlustwahr- scheinlichkeit haben als die, die durch den anwendbaren Versicherungstarif vorgesehenist.Dies tritt indemzurZeit inÖsterreichvorherrschendenSystem auf, da nur PersonenundUnternehmen, die sich in gefährdetenGebieten be- finden,dazuneigen,Versicherungenabzuschließen.SubjektivesRisikowirdein Phänomen bezeichnet, bei dem Individuen sich so verhalten, dass sie ihre ei- genenBedürfnisse befriedigen können, aber ihrVerhalten aufKosten anderer (oder der Allgemeinheit) geht. Das Phänomen desmoralischen (subjektiven) RisikosinBezugaufNaturgefahrenbeschreibteineSituation,indereinePerson, die teilweise durch einVerlustkompensationssystem (beispielsweise Katastro- phenfonds)geschützt ist,wenigeraufmerksamgegenübernegativenFolgenvon Gefährdungen ist, da diese negativen Folgen (teilweise) vomEntschädigungs- systemgetragenwerden–diesführtschlussendlichzueinemMarktversagenfür Vorsorgeleistungen(Commissionof theEuropeanCommunities, 2013). Vulnerabilität686 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
Title
ExtremA 2019
Subtitle
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
Authors
Thomas Glade
Martin Mergili
Editor
Katrin Sattler
Publisher
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Date
2020
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
778
Category
Geographie, Land und Leute
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