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ExtremA 2019 - Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847110927 – ISBN E-Lib: 9783737010924 DiesesMarktversagen führte zualternativen institutionellenRahmenbedin- gungen inÖsterreich, wie unterschiedlichen Formen staatlichen Eingreifens, um eine bestimmteKatastrophenhilfe, Entschädigung oder staatlicheHilfe zu garantieren. In Ländern ohne PflichtversicherungwieÖsterreich liegt der Ri- sikotransfer daheroft –undvor allem inBezug auf Schäden inPrivathaushal- ten– in der Verantwortung der politischen Institutionen. Auf internationaler Ebene sindstaatlicheAusgleichszahlungeneinebewährteLösungzurEntschä- digung von Hochwasserschäden (Arnell, 2000), die Wirksamkeit ist jedoch unterschiedlich, Programme werden oft ineffizient verwaltet und Entschei- dungen politischmotiviert (Priest et al., 2005; Thaler undHartmann, 2016; Thaler et al., 2018b). Abgesehen von dieser allgemeinen Kritik wird jede ÜbernahmevonstaatlichenEntschädigungsleistungennebeneinerbestehenden kommerziellenVersicherungsbranchealskontraproduktivbetrachtet,dasieein großesHemmnis gegenüber Individuendarstellenwürde, die eine eigeneVer- sicherung abschließen (Gruber, 2008). DieNeigung von Individuen, sich auf- grundderAbhängigkeitvoneinererwartetenfinanziellenUnterstützungdurch staatlicheHilfsprogrammeoderSpendenandererPersonennichtzuversichern (oder andereMaßnahmen zurRisikoreduktion zu ergreifen), wird alsCharity Hazardbezeichnet (Raschky undWeck-Hannemann, 2007).Wie vonRaschky undWeck-Hannemann(2007)ausführlichererläutert,kannderartigestaatliche HilfeoderderBezugvonSpendengelderndazuführen,dassIndividuengarnicht oder nur unzureichend versichert sind. Zusätzlich zu einemunzureichenden Versicherungsschutz könnte eine finanzielle Entschädigung durch die Regie- rung zu einer ineffizienten Zuweisung öffentlicherMittel führen, wie Garrett undSobel (2003) inBezugaufdie staatlichenKatastrophen-Ausgleichszahlun- gen indenVereinigtenStaatenvonAmerikaargumentierten. Abgesehen vondenAuswirkungen der adversen Selektionund des subjek- tivenRisikos istdieMarktdurchdringungvon(inderTaterheblich limitierten) Versicherungspolicen inÖsterreich aufgrund des Mechanismus der Verlust- kompensation durch den Katastrophenfonds relativ gering. Der durch das Bundesgesetz über den Katastrophenfonds von 1966 (Republik Österreich, 1966) geregelteFondsbildetedieRechtsgrundlage fürdieBereitstellungnatio- nalerRessourcen für (1) vorbeugendeMaßnahmenzurErrichtungundErhal- tung vonSchutzmaßnahmenvorNaturgefahrenund (2) finanzielleUnterstüt- zungder Länder, damit sie EinzelpersonenundprivateUnternehmen fürVer- luste durch Naturgefahren in Österreich entschädigen können. Um den Katastrophenfondszu finanzieren,wurdenZuschlägeaufEinkommenssteuern, Lohnsteuern, Kapitalertragsteuern und Körperschaftssteuern erhoben. Nach mehrerenÄnderungen wurde der Rechtsakt von 1966 durch das sogenannte Bundesgesetz über den Katastrophenfonds von 1996 revidiert (Republik Österreich, 1996). Das Budget desKatastrophenfonds stammt aus einem fest- UnterschiedlicheDimensionenvonVulnerabilität 687 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY-NC-ND 4.0
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ExtremA 2019 Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
Title
ExtremA 2019
Subtitle
Aktueller Wissensstand zu Extremereignissen alpiner Naturgefahren in Ă–sterreich
Authors
Thomas Glade
Martin Mergili
Editor
Katrin Sattler
Publisher
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Date
2020
Language
German
License
CC BY-NC-ND 4.0
ISBN
978-3-7370-1092-4
Size
15.5 x 23.2 cm
Pages
778
Category
Geographie, Land und Leute
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ExtremA 2019