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DIE FIDEIKOMMISSBIBLIOTHEK UND DIE PRIVATBIBLIOTHEK FRANZ JOSEPHS 233
an allerhöchster Stelle zur Kenntnis zu bringen. Mittlerweile habe man eine
übersichtliche und möglichst objektschonende Aufstellung zuwege gebracht,
soweit dies die vorhandenen Kästen zugelassen hätten.
„Allein damit ist noch bei weitem nicht das gethan, was nach meiner Ansicht
der Würde des Institutes entspricht, welches den kaiserlichen Namen führt
und zur Aufbewahrung jener Erzeugnisse der Literatur und Kunst bestimmt
ist, welche dem kaiserlichen Herrn als Geschenke überreicht und von aller-
höchstdemselben der Annahme gewürdigt wurden.“732
Bis das Raumproblem durch ein angemessenes neues Quartier gelöst wer-
den könne, bittet Becker für die Einbindung der broschierten Werke, den
Ankauf neuer Portefeuilles für die Widmungsschriften und schlussendlich
zur Komplettierung von nur in einzelnen Jahrgängen vorhandenen Perio-
dika um eine eigene jährliche Dotation von 600 fl. aus der Privatkasse Franz
Josephs.
Beckers abschließenden Bemerkungen gelten dem Personal und dem Um-
stand, dass „keiner der Bibliotheksbeamten, auch den Vorstand nicht aus-
genommen, nach dem Wortlaut ihrer Anstellungsdecrete zu einer Dienst-
leistung für die allerhöchste Privatbibliothek verpflichtet ist“. Selbst die
vorhandenen Schriftstücke würden keine solche Anweisung enthalten, zu-
mal dies bei der bisherigen Größe der Sammlung auch nicht notwendig ge-
wesen wäre. Da durch die Abgabe der Bücher aus der Hofbibliothek und in-
folge Beckers Engagement erhebliches Wachstum zu erwarten ist, bittet der
Bibliotheksvorsteher, dass seine sowie die Zuständigkeit der Angestellten
auch für diesen Sammlungsbereich offiziell ausgesprochen werde.733
Die die Privatbibliothek Franz Josephs explizit betreffenden Anträge des
Arbeitsprogramms lauten: 1.) die in den kaiserlichen Appartements, Schlös-
sern, Jagdhäusern etc. befindlichen Bücher und literarischen Erscheinungen
mögen „als Bestandtheile allerhöchst Ihrer Privatbibliothek betrachtet“ und
in genaue Evidenz hinsichtlich ihres Aufstellungsortes gebracht werden. An-
käufe für diese externen Handbibliotheken sollen, sofern sie nicht ohnehin
durch die Privatbibliothek geschehen, dieser durch Mitteilung der Titel und
des Standorts der Werke zur Kenntnis gebracht werden. Die für den Kaiser
bezogenen Zeitungen und illustrierten Blätter mögen nach Gebrauch an die
Privatbibliothek abgegeben werden; 2.) eine jährliche Pauschaldotation von
600 fl. ö.W. soll den finanziellen Bedürfnissen gerecht werden; 3.) den Beam-
732 Ebenda, pag. 51f.
733 Ebenda, pag. 47–54.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Title
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Subtitle
- Metamorphosen einer Sammlung
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1073
- Categories
- Geschichte Chroniken