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DREI KAISER – DREI
BIBLIOTHEKEN300
teilung nun lediglich mit der „Soovárer Salzquote“ von jährlich 300.000 fl.
dotiert sei. „Nach dieser allerunterthänigst dargestellten und Allerhöchst
genehmigten Begleichung würde die Privatcasse Allerhöchst Seiner Majes-
tät des Kaisers Ferdinand definitiv abgesondert erscheinen.“972 Nun vergeht
über ein Jahr bis Fondskassen-Direktor Scharff die Anträge Ende Septem-
ber 1851 an Ferdinand übermittelt. Dieser stimmt der „Ausgleichung zwi-
schen Meiner Privatkasse und jener Meines Regierungsnachfolgers“ in der
vorgeschlagenen Weise zu, wonach dem abgedankten Monarchen mit Ende
Juli 1851 ein Guthaben von 40.275 fl. 5 kr. C.M. verbleibt. Er verfügt jedoch
zugleich:
„Mehrfache Rücksichten bestimmen Mich, die Auszahlung der in dem beilie-
genden Ausweise verzeichneten Gehälter, Zulagen, Pensionen und Gnaden-
gaben, ferner bei der Privatkasse in Wien zu belassen. Ich behalte Mir jedoch
bevor, durch Meinen Obersthofmeister jene Beträge, welche ich an Meine Pri-
vatkasse in Prag zu ziehen wünsche, von Fall zu Fall bezeichnen zu lassen.“973
Ferdinand zeigt sich auch bereit, „den mit diesen Geschäften von jetzt an
betrauten Beamten der Privatkasse [in Wien] angemessene Besoldungen zu
bewilligen“.974
Bereits ein Jahr später wird die Praktikabilität zweier ferdinandeischer
Privatkassen (in Wien und Prag) offensichtlich, als die Abhandlung des Tes-
taments Kaiser Franz I. von der eigens dafür eingesetzten Kommission ab-
geschlossen wird. Ferdinand schreibt nach Wien:
„Lieber Hofrath Ritter von Scharff!
Uiber Ihren Vortrag vom 9. Februar laufenden Jahres habe Ich Meinem Se-
kretär Franz Geringer aufgetragen, sich bei Ihnen zu melden, Ihnen die im
Entwurfe vorgelegte Quittung über den Mir gebührenden Antheil an dem so-
gleich theilbaren Erbschaftsvermögen […], mit Meiner Fertigung versehen,
zu übergeben und jenen Betrag dieses Vermögens, welcher zur Ausfolgung
geeignet ist, zu übernehmen.
Die von dem untheilbaren Vermögen für Meine Rechnung abfallenden Nut-
zungen sind in dem vorgeschriebenen Monats-Ausweise jederzeit ersichtlich
zu machen. Dasselbe hat auch rücksichtlich der von dem Gute Weinzierl, so
wie von den Fideikommiß-Gütern St. Leonhard und Wolfpassing eingehenden
972 Ebenda.
973 Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF Ä.R., Kt. 11, Fasz. „Ausgleichung der Privatkassen“,
421/1850. Schreiben vom 31.10.1851.
974 Ebenda.
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Title
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Subtitle
- Metamorphosen einer Sammlung
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1073
- Categories
- Geschichte Chroniken