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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
Page - 350 -
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Page - 350 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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DREI KAISER – DREI BIBLIOTHEKEN350 an Ferdinand zeugt beinahe mit jeder Zeile von seinen sozialen und fach- lichen Qualifikationen für das Leitungsamt.1128 Mit der Neubesetzung der Stelle des ersten Bibliotheksdieners wird nun auch die Gehaltsregulierung vom 17. Juni 1869 gültig, womit Mignot ein jährliches Gehalt von nur mehr 630 fl. ö.W. erhält. Das Holzdeputat bleibt ihm allerdings erhalten und an- statt der bereits Wich gekündigten Naturalwohnung darf er seine bisherige Quartierzulage von 126 fl. weiterhin beziehen. Zörner übernimmt nicht nur Mignots ehemalige Bezüge,1129 seine familiäre Situation – er ist ledig – lässt es auch zu, dass ihm von der Burghauptmannschaft auf Befehl des Oberst- hofmeisteramtes „die Wohnung No. 10 im 3. Stocke des neuen Reichskanz- lei-Traktes in der Hofburg, bestehend aus Zimmer und Küche“ zugewiesen wird. Man weist jedoch explizit darauf hin, „daß diese Wohnung nur für ei- nen ledigen Diener geeignet ist, daß eine Familie daselbst nicht wohnen darf und für einen verheirateten Diener in der Hofburg keine Wohnung verfügbar ist.“1130 Damit wohnt ein Bibliotheksdiener zumindest wieder in der Nähe der Bibliothek. Dieser Umstand veranlasst das Obersthofmeisteramt dazu, Zörner in die Brandmeldestrategie der Hofburg zu integrieren, damit die- ser bei Ausbruch eines nächtlichen Feuers „in den Stand gesetzt werde, jene weiteren Meldungen zu erstatten, welche erforderlich sind, daß die Biblio- thek-Lokalitäten behufs der zu treffenden Vorsichts- oder Rettungsmaßre- geln unter der gehörigen Aufsicht so schnell als möglich zugänglich gemacht werden“.1131 Im Juni 1870 begeht der zweite Skriptor Josef Winkler das vermutlich schon damals seltene 50-jährige Dienstjubiläum, in dessen Zuge ihm, wie zuvor Georg Thaa, das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens verliehen wird. In der befürwortenden Stellungnahme umreißt Becker Winklers Arbeitsbe- reich. Ihm sei „die Besorgung der Kunstsammlung, der Porträtensammlung und theilweise auch der Privatbibliothek Seiner Majestät des Kaisers [Franz Joseph] zugewiesen“. Dabei habe er „die Ordnung, Eintheilung und Cata- logisierung der Porträtensammlung, welche derzeit gegen 190.000 Porträte zählt, und wo es bei jedem einzelnen Porträt darauf ankam, eine biogra- phische Skizze desjenigen, den es vorstellt, zu eruieren, den Zeichner und Kupferstecher oder Holzschneider, der es hervorgebracht, zu bestimmen, bei der Wahl zwischen mehreren die reinern Stiche und Drucke herauszufinden und bei Ankäufen den Wert des Objectes nach kunstgeschichtlichen Prin- cipien zu beurtheilen“. Er leiste seinen Dienst „trotz seines hohen Alters, 1128 FKBA26148, Reinschrift vom 08.02.1870. 1129 Ebenda, fol. 8v–9r. 1130 FKBA26149. 1131 FKBA27015. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Title
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Subtitle
Metamorphosen einer Sammlung
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1073
Categories
Geschichte Chroniken
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