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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 433
Habsburgersammlung – eine Eigenheit, die in dem Plan zur Gründung ei-
nes Habsburgermuseums gipfelte. Die Diskurse und Praktiken, die sich im
Zuge dieser Positionierung der Fideikommissbibliothek im Bereich des kul-
turellen Gedächtnisses entsponnen haben, sind Thema des dritten Teiles.
Der Aufbau und die Abfolge der einzelnen Unterkapitel haben sich hingegen
sukzessiv im Voranschreiten der Bearbeitung des Quellenmaterials und bei
unterschiedlichem Kenntnisstand formiert; sie sind das Ergebnis eines work
in progress. Man hätte wohl manches anders anordnen und andere Schwer-
punkte setzen können; letztlich ist man als Autor aber oft der Sklave seiner
bei der Untersuchung eines Themas sich herausbildenden Wahrnehmungs-
und Denkmuster.
Zuletzt noch ein paar Worte zu der im ersten Teil behandelten Biblio-
theksgeschichte im engeren Sinn. Es schien mir für die Behandlung dieses
Gegenstandes vorteilhaft, zunächst ein paar einleitende Überblicksdarstel-
lungen zu geben über die Verwaltungsstrukturen, in die die Fideikommiss-
bibliothek eingebettet war, die Routinearbeiten in der Sammlung selbst, die
Finanzierung ihrer Bestandszuwächse und über die Struktur ihres Perso-
nals sowie die Abfolge der Bibliotheksleiter. Eine konzise Beschreibung die-
ser Rahmenbedingungen am Beginn des Beitrages hielt ich vor allem des-
halb für zweckmäßig, als ich mich am Anfang der Arbeit selbst erst in die
Materie einarbeiten und dabei die grundlegende Bedeutung gewisser struk-
tureller Bedingungen für alle übrigen Themenbereiche erkennen musste.
Die übrigen Abschnitte des ersten Teiles bauen darauf auf und enthalten
detaillierte Analysen der Biografien der wissenschaftlichen Bibliotheksmit-
arbeiter und der Vorgänge innerhalb der Sammlung, der verschiedenen Ar-
ten der Erweiterung der Bestände und ihrer Katalogisierung sowie der drei
Übersiedlungskampagnen, im Zuge derer die Fideikommissbibliothek in je-
weils neuen Räumlichkeiten untergebracht wurde.
1. Bibliotheksgeschichte
1.1 Der Verwaltungsrahmen
1.1.1 Übergeordnete Hofstellen
Die Fideikommissbibliothek stand mit mehreren Hofstellen in geregelten
Beziehungen, die unterschiedliche Kontrollfunktionen ihr gegenüber aus-
übten. Im gegebenen Zeitraum hat dieses Geflecht in zunehmendem Maße
systematischen Charakter gewonnen und wurde insofern vereinfacht, als
schließlich hauptsächlich eine Behörde den Obliegenheiten der Sammlung
vorstand. Als Hintergrund für das Verständnis der nachfolgenden Kapitel ist
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Title
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Subtitle
- Metamorphosen einer Sammlung
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1073
- Categories
- Geschichte Chroniken