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KAISERLICHES INSTITUT UND
ERINNERUNGSRAUM484
festgelegt und lag damit – aufgrund
der Fürsprache Schnürers – deut-
lich über seinem Bezug von 100 K.
als Diurnist in der kaiserlichen Ge-
mäldegalerie. Geisinger wurde mit
1. Juli 1906 pensioniert und erhielt
eine jährliche Pension von 960 K.
Über Ersuchen seines Vaters durfte
er weiterhin als unbesoldeter Volon-
tär in der Fideikommissbibliothek
arbeiten, musste aber zuvor schrift-
lich auf jeglichen Anspruch eines
Gehaltes verzichten.185 Im Oktober
des folgenden Jahres schied Geisin-
ger aufgrund seiner zunehmenden
Kränklichkeit schließlich endgültig
aus der Bibliothek aus.186
Da Beetz in der Fideikommissbibliothek Karriere machte und es schließ-
lich bis zum Direktor der Sammlung (1932–1947) brachte, seien an dieser
Stelle einige Agaben zu seinem Werdegang ergänzt. Nach den Angaben sei-
nes Bewerbungsschreibens „absolvierte [er] in Wien 5 Classen Normalschule
[Volksschule], 3 Classen der Staatsrealschule, 2 Jahrgänge der Handels-
schule Patzelt und den einjährigen Fachkurs an der Wiener Handels-Akade-
mie.“187 Er trat also als Nicht-Akademiker in den Dienst der Sammlung und
stand damit in der X. oder XI. Rangklasse der Staatsbeamten.188 Mit der ab
1. Jänner 1907 geltenden „[Neu-]Regulierung des Status u. der Bezüge der
Beamten und Diener der k. u. k. Familien-Fideicommiß-Bibliothek“ wurde
Beetz zum Kanzlei-Sekretär in der XI. Rangklasse mit einem Stammgehalt
von 1.800 K. jährlich, sieben Annualzulagen zu 80 K. und einem Quartier-
geld von 600 K. ernannt.189 Im Februar 1911 wurde er auf eigenen Antrag
mit der Unterstützung Schnürers in die X. Rangklasse befördert.190 Am
185 FKBA37133, fol. 14–21.
186 FKBA37140. Schnürer erstattete Geisinger mit Erlaubnis der Generaldirektion noch
schriftlich Dank für seine “mit hingebungsvoller Treue dem Institut gewidmeten Tätig-
keit[en]” (ebenda, fol. 7r).
187 FKBA37133, fol. 11r.
188 Vgl. Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5, Kt. 537, Z. 2686 ex. 1906.
189 Vgl. Wien, ÖStA, HHStA, GdPFF, J.R., R. 5, Kt. 537, Z. 4869 ex. 1906: „Regulativ über den
Personalstand und die Besoldungen der Beamten und Diener der Fideicommiss-Bibliothek,
welches mit 1. Jänner 1907 in Geltung tritt.“ – vgl. FKBA37170.
190 FKBA39001, fol. 8r–v u. fol. 14v.
Abb. 6: Wilhelm Beetz (1882–1966)
Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Metamorphosen einer Sammlung
- Title
- Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
- Subtitle
- Metamorphosen einer Sammlung
- Publisher
- Böhlau Verlag
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-205-21308-6
- Size
- 17.4 x 24.5 cm
- Pages
- 1073
- Categories
- Geschichte Chroniken