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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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Page - 496 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM496 thek.216 Dass Effenberger auf inoffiziellem Weg zur Kenntnis der Personal- situation in der Fideikommissbibliothek gelangt war, ist anzunehmen. Für seine Verwendbarkeit als Bibliothekar sprach, dass er mehrere philologische Studien (Anglistik, Germanistik, Romanistik, Slawistik) absolviert hatte. Dass er aber speziell für die Betreuung der Kunst- und Porträtsammlung geeignet war, ist eher fraglich. Schnürer führt in seinem Gutachten an, dass Effenberger in Prag auch Kunstgeschichte studiert hätte, Schüler des Kunsthistorikers Alwin Schultz (1838–1909) gewesen und von August Sauer mit der Herausgabe der Porträts von Franz Grillparzer betraut wor- den wäre. Diese „Grillparzer-Ikonographie“ sollte im Herbst des Jahres 1911 erscheinen und war vielleicht als Teilband von Sauers monumentaler his- torisch-kritischer Ausgabe der Werke des Dichters geplant; ein Werk dieses Titels konnte allerdings nicht ermittelt werden. Dennoch erhielt Effenber- ger die Stelle als Skriptor der Fideikommissbibliothek und legte am 4. März 1911 den Diensteid ab.217 Effenbergers Karriere in der Fideikommissbibliothek war nicht von lan- ger Dauer. Bereits Ende August 1912 reichte er ein Ansuchen um Entlas- sung aus dem Dienst ein, das von Schnürer befürwortet und von der Ge- neraldirektion anstandslos bewilligt wurde.218 Die Gründe dafür werden nirgendwo genannt; doch aus einer brieflichen Quelle aus dem Freundes- kreis des Pianisten Artur Rubinstein, dem Effenberger angehörte, geht hervor, dass dies die Konsequenz aus einer Affäre Effenbergers mit einer verheirateten Dame war.219 Als seinen Nachfolger schlug Schnürer Ernst Hefel (1888–1974) vor, der an der Universität Wien Geschichte und Kunst- geschichte studiert hatte, und zwar mit solchem Erfolg, dass er bereits im vierten Semester als ordentliches Mitglied des Institutes für österreichische Geschichtsforschung zugelassen wurde.220 Auffallend ist, dass in diesem Fall der Bewerber nicht durch oder über die Generaldirektion vermittelt, sondern durch den Bibliotheksdirektor selbst ausgewählt wurde: Hefel war mit Schnürer bereits einige Jahre bekannt und wurde von ihm offensicht- lich protegiert.221 Nichtsdestotrotz wurde er zunächst nur provisorisch als 216 FKBA39001, fol. 6v–7r; Hausarchiv der ÖNB, 778/1909 u. 272/1911. 217 FKBA39001, fol. 18r. 218 FKBA40068, fol. 1–4. 219 Sachs, Rubinstein, 131f. 220 FKBA40068, fol. 7r–v. 221 FKBA40068, fol. 7v. Gleichzeitig hatte sich auch Robert Hohlbaum für die Skriptorenstelle beworben, der durch seine unmittelbar davor eineinhalb Jahre lang in der Fideikommiss- bibliothek geleistete Tätigkeit als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter prädestiniert dafür ge- wesen wäre. Hohlbaums Anstellung wurde von Schnürer jedoch nicht einmal in Erwägung gezogen (FKBA40068, fol. 13r–14r). Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Title
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Subtitle
Metamorphosen einer Sammlung
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1073
Categories
Geschichte Chroniken
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