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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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Page - 510 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM510 der schätzbare Notizen aus der historischen Vergangenheit Oesterreichs enthalten, und Seine Majestät meinem allerunterthänigsten Antrage, die Austriaca zu pflegen, seiner Zeit Allerhöchst Folge zu geben die Gnade hat- ten.“ Zugleich merkt er jedoch an: „Zur Aufnahme jedoch in die Allerhöchste Privatbibliothek wäre ich nur dann berechtigt, wenn mir diese literarischen Erzeugnisse als von Seiner Majestät dem Kaiser allergnädigst angenommen […] zugemittelt würden.“262 Ganz ähnlich ist schließlich der Fall des Kloster- neuburger Archivars Ubald Kostersitz gelagert, dessen Werk „Monumenta sepulchralia […]“ Becker 1881 an das Oberstkämmereramt weiterleitete, um die Widmung im Rahmen eines „literarischen Vortrages“ und die Annahme durch den Kaiser zu erwirken, da „dieses Werk eine mit aller Sorgfalt gear- beitete Darstellung der Grabinschriften der Stiftskirche zu Klosterneuburg enthält und die archäologisch-historische Literatur Nieder-Oesterreichs in dankenswerter Weise bereichert, da ferner der Verfasser […] dem ergebenst Unterzeichneten als ein sehr achtbarer Mann bekannt ist […]“.263 Diese Fallbeispiele würden eigentlich darauf schließen lassen, dass es Au- toren nicht möglich war, ihre Werke der Fideikommissbibliothek unmittel- bar zu schenken. Doch dem widerspricht die Evidenz der weiteren Entwick- lung. Tatsächlich wurde die Mehrzahl der Bücher, die von ihren Verfassern unentgeltlich an die Sammlung eingesandt worden waren, bis ca. 1890 dan- kend angenommen. Das hat, ebenso wie bei den wenigen Fällen von Ableh- nung, nachvollziehbare Gründe. Denn die Offerenten waren hauptsächlich renommierte Autoren und meist auch Personen in angesehenen öffentlichen Positionen. Karl Lind, Ministerialrat und Mitglied der k. k. Zentralkommis- sion für Kunst und historische Denkmale schickte im Jahr 1880 zwei selbst- verfasste Arbeiten über mittelalterliche Grabdenkmäler in Österreich.264 Der bekannte deutsche Chemiehistoriker und Professor an der Universität Heidelberg Hermann Kopp stand mit Becker in intensivem fachlichen Aus- tausch und übersandte als Dank für erteilte Auskünfte zwei seiner kultur- geschichtlichen Schriften an die Bibliothek.265 Der Architekt Franz Berger war seit 1882 Leiter des Wiener Stadtbauamtes und zeichnete als solcher für den umfassenden Ausbau der Infrastruktur der Stadt verantwortlich.266 Sein Buch „Projekt für die Wienfluß-Regulirung in Verbindung mit der Stadt- bahnfrage“, das er 1883 der Fideikommissbibliothek verehrte,267 hatte für 262 FKBA28106, fol. 4r. 263 FKBA30027, fol. 2r. 264 FKBA29056. 265 FKBA29074; FKBA31055. 266 ÖBL, Bd. 1 (1957), 563; Czeike, Lexikon, Bd. 1 (1992), 8. 267 FKBA30090. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Title
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Subtitle
Metamorphosen einer Sammlung
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1073
Categories
Geschichte Chroniken
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