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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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Page - 515 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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BIBLIOTHEKSGESCHICHTE 515 Zhishman ließ den Band jedoch umgehend retournieren mit der Begrün- dung, dass „die offizielle Entgegennahme von Werken nicht in ihrem [i. e. der Fideikommissbibliothek] Wirkungskreis gelegen ist, sondern dem Ressort des k. k. Oberstkämmerers angehört, der über die von den einzelnen Minis- terien ihm vorgelegten Werke Seiner k. u. k. Apost. Majestät a. u. Anträge erstattet.“282 Sinngemäß bedeutet dies, dass Schenkungen unmittelbar an die Bibliothek unzulässig wären, was jedoch mit Blick auf die älteren und zahlreiche spätere Zuwendungen dieser Art nicht der Realität entspricht. Zwei weitere Geschenksendungen vom Februar 1890 und vom April 1891 wurden von Zhishman mit der gleichen Begründung abgelehnt, dass die Übernahme in die Kompetenz des Oberstkämmereramtes fallen würde, wo- bei in diesen Fällen nicht mehr speziell auf die diesbezüglichen Anträge zur „Annahme“ durch den Kaiser hingewiesen wurde.283 Sehr aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang der Fall des Gymnasi- alprofessors Heinrich Baumgartner, der 1890 sein „Taschenbuch für Natur- kunde“ dem Andenken des Kronprinzen Rudolf widmen wollte. Er hatte sein Gesuch an die Kabinettskanzlei gerichtet und erhielt nach zwei Monaten und zahlreichen Nachfragen die Antwort, dass die Widmung „Allerhöchs- ten Ortes nicht befürwortet werden konnte.“ Baumgartner beschwerte sich daraufhin bei Zhishman über diese Entscheidung, die nach seiner Meinung dem Sachverhalt widersprach, dass „in officiellen Schriftstücken von Seite unseres Ministeriums u. des nö. L[andes]S[chul]Rathes fast überhäufig von uns Lehrern u. unseren Schülern Bethätigung patriotischen und echt dynastischen Sinnes u. Gefühles angeregt u. erwartet“ würde.284 Der Bib- liotheksdirektor ging in seinem Antwortschreiben darauf nicht näher ein, sondern erklärte Baumgartner nur lang und breit den umständlichen Be- hördenweg, der für die Einsendung von Werken an das Oberstkämmereramt vorgeschrieben war.285 Das für die Fideikommissbibliothek vorgesehene Ex- 282 FKBA32074, fol. 3r–v. 283 FKBA32093, FKBA33023. 284 FKBA32101, fol. 1v u. 2r. 285 Die Passage ist ob ihrer Aussagekraft wert, vollständig zitiert zu werden: „Ich mache da- rauf aufmerksam, dass nach der bestehenden Vorschrift das betreffende Werk nicht di- rect an das Oberstkämmereramt eingeschickt werden darf, sondern mit einem Gesuche im Amtswege d. I. durch Ihre vorgesetzte Behörde (Gymnasialdirection) überreicht werden muss, die das Gesuch dann an den Landesschulrath leitet. Dieser legt es dem Unterrichts- ministerium vor und der Unterrichtsminister übermittelt, wenn er die Aufnahme für an- gezeigt erachtet, das Gesuch und Werk dem Oberstkämmerer, der allein berufen ist Seiner Majestät darüber Vortrag zu erstatten. Erst wenn das Werk a. g. angenommen ist, gelangt es in die k. u. k. F[amilien] F[ideikommiss] B[ibliothek] und wird eventuell – wenn solches ein größeres und von hoher wissenschaftlicher Bedeutung ist, in der Wiener Zeitung ver- öffentlicht.“ (FKBA32101, fol. 4r–v). Das Konzept für die Antwort stammt von Alois Karpf. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Title
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Subtitle
Metamorphosen einer Sammlung
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1073
Categories
Geschichte Chroniken
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918