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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung
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Page - 516 - in Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 - Metamorphosen einer Sammlung

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KAISERLICHES INSTITUT UND ERINNERUNGSRAUM516 emplar des Buches wurde zurückgesandt, jenes, das Baumgartner Zhishman persönlich verehrte, nahm dieser dankend an, da die „Direction […] lediglich berechtigt [ist] in ihrem eigenen Namen Werke von Verfassern, die ihr solche widmen, entgegenzunehmen“.286 Noch ein letztes Fallbeispiel für die Ablehnung von Gratiszuwendungen unter Zhishman soll hier näher betrachtet werden, da mit ihm gewisserma- ßen der Referenzwortlaut für zukünftige Antwortschreiben entstand. Im Ok- tober 1891 hatte der Verleger Fridolin Plant einen Führer von Meran und Umgebung an die Fideikommissbibliothek gesandt und dies damit begrün- det, er „hege […] den sehnlichen Wunsch das Buch möge gnädigst in die Pri- vatbibliothek Sr. Majestät […] aufgenommen werden.“287 Im Antwortschrei- ben, dessen Konzept wieder von Alois Karpf stammt, wird mitgeteilt: „Den Empfang Ihres geschätzten Schreibens und Führers durch Meran dankend bestätigend, beehre ich mich zu erwidern, dass die Vermittlung von Wid- mungen von Bücherwerken an die k. u. k. Familien-Fideicommiss-Bibliothek durch Seiner k. u. k. Apost. Majestät Oberstkämmereramt erfolgt.“ Danach werden die vorgeschriebenen Modalitäten erläutert, nach denen das Gesuch und die Einsendung der Werke zu erfolgen hatte. Bemerkenswert ist, dass die Formulierung „Vermittlung von Widmungen von Bücherwerken an die k. u. k. Familien-Fideicommiss-Bibliothek“ von Zhishman zu „Vermittlung von Bücherwerken an die k. u. k. Familien-Fideicommiss-Bibliothek behufs Ah. Annahme“ korrigiert wurde.288 Der geänderte Wortlaut trägt nicht unbe- dingt zum besseren Verständnis der Angelegenheit bei, sollte aber wohl der Eindruck vermittelt werden, dass Schenkungen an die Bibliothek nur über den Weg der „allerhöchsten Annahme“ erfolgen konnten. Die Formulierung des Konzeptes wurde zur Standard-Antwort und in allen nachfolgenden Fäl- len der Rücksendung von Gratiszuwendungen unter Zhishman mehr oder weniger im gleichen Wortlaut übernommen.289 Eine Folge der restriktiven Haltung Zhishmans gegenüber Schenkungen könnte gewesen sein, dass sogar der Präsident der Central-Commission für Kunst- und historische Denkmale, Joseph Alexander von Helfert, im Jahr 1891 bei Kaiser Franz Joseph persönlich ansuchte, um die aktuellen Jahr- gänge der „Mittheilungen“ dieser Institution an die Fideikommissbibliothek Baumgartner erwiderte daraufhin ein wenig resigniert: „Es wäre wol ganz unbescheiden von mir, in dieser unbedeutenden Sache einen solch umfängl. amtl. Weg zu beschreiten […]“ (ebenda, fol. 6r). 286 FKBA32101, fol. 4v. 287 FKBA33059, fol. 1r. 288 FKBA33059, fol. 3r. 289 Vgl. FKBA33117, FKBA33128, FKBA34018, FKBA34110; Rücksendungen, bei denen das Konzept des Antwortschreibens nicht erhalten ist, unter FKBA3308 u. FKBA34113. Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918 Metamorphosen einer Sammlung
Title
Die Familien-Fideikommissbibliothek des Hauses Habsburg-Lothringen 1835–1918
Subtitle
Metamorphosen einer Sammlung
Publisher
Böhlau Verlag
Location
Wien
Date
2021
Language
German
License
CC BY 4.0
ISBN
978-3-205-21308-6
Size
17.4 x 24.5 cm
Pages
1073
Categories
Geschichte Chroniken
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