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indem die untere Seite der beiden Schlüssel auf den Leisten der
Amboßfüße aufliegen, und die Verengung des Schabattenausschnit-
tes nach oben ein Heben der Schlüssel verhindern soll, was aber
nur dann geschieht, wenn die Schlüssel mit ihrer ganzen Höhe an-
liegen. Das Ledigmachen eines solchergestalt gesperrten AmboßcS
geschieht durch das Zurücktreiben der beiderseits mehr oder wenig«
vorragenden Schlüssel.
Die Länge der Hammerbahn beträgt bei einem Zerrennhammer
18 bis 2^ Zoll, die Vreite vorn 1'/« bis 2 Zoll, hinten 1 Zoll-
die Amboßbahn ist gewöhnlich etliche Zoll länger und bei ^ 3^
breiter. Vci Streckhämmern können die Bahnen, je nach der Größe
in der Länge von 12 bis 18 Zoll, und in der Vreite von ^ h^
e/4 vorn, und V2 bis 1 Zoll hinten variiren. Wenn die Hammer-
bahn auf der Amboßbahn aufliegt, befinden sie sich nicht in paral-
leler Lage, sondern berühren sich bloß vorn, was mit den Worten
bezeichnet wird: „der Hammer gchct im Spitz." Die Ilrsache die-
ser Vahnstcllung liegt in dem Nmstande, daß beide Vahncn nur
dann parallel seyn sollen, wenn sie so weit von einander abstehen
als die durchschnittliche Vreite der zu fertigenden Stäbe beträgt-
je breitere Stäbe demnach geschmiedet werden, desto mehr muß der
Hllmmkl i!N Spitz gehen. Wenn der Hammer abcr zu schr im
Spitz gcht, so kann man schmälere Stäbe nicht gut schmieden
und selbst bei den breiter« Stäben kann man wohl die schmalen
Kanten, aber nicht die breiten Flächen gut schlichten, schön glatt
machen. Es soll daher bei Hämmern, wo vorzüglich breite Stäbe
4 biö ? Zoll breit, zu schmieden sind, die Länge des Hclbes vom
Wagring bis zum Hammer beträchtlicher seyn, der Helb eine län-
gere Ncise erhalten, damit die Differenzen in der gegenseitigen Vahn-
lage bei verschiedenen Abständen derselben nicht zu groß werden.
In einem solchen Falle wendet man 18 bis 19 Fuß lange Helbe
an, welche überdies den Wagring etwaö hinter dem Hclbdrittel er-
halten. Aus derselben Ursache werden beide Vahncn nach rückwärts
nicht in ihrer ganzen Erstrcckung gerade fortgeführt, sondern die
Amboßbahn etwas abwärts, und die Hammerbahn etwas aufwärts
abgebogen, wie aus Fig. 1 und Fig. 5 Tab. II. zu entnehmen.
Wichtig ist es, daß beide Vahnen der Quere nach in ihrer ganzen
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Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen