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fährt man auch an den abgerundeten Gelen des Kolbens. Den ein
Paar Zoll vorstehenden Lederstulp pflegt man am Rande ebenfalls
zugeschärft zu schneiden, damit er sich durch den Druck der ge-
preßten Luft um so besser an die Kastenwände schmiege. T>ie Wurst
K muß mit Pferde- oder anderem Vieh-Haar recht dicht ausgestopft
seyn, und ohne Nnterbrechung herumlaufen, zu welchem Ende sie
an den benöttigten Stellen einfach angestückt wird. Die Leisten o
bildet nach je?ec Seite des Kastens Ein Stück, die an den Enden
von außen entsprechend abgerundet, nach der Mitte des Kolbens
zu in radialü Richtung aneinanderpassen. Die Schrauben ä,
wodurch die Kisten niedergehalten und durch die Muttern auf der
untern freien Seite des Kolbens beliebig angezogen werden tonnen,
stehen ungefälr 6 bis 19 Zoll von einander ab. Je stärker die
Leisten e mitelst der Schrauben angezogen werden, desto mehr
drücken selbe iuf die Wurst l,, und diese auf den Stülp 2, der
dadurch an i«er Stelle beliebig an die Kastenwand gedrückt werden
kann. Häufig findet man, daß die Wurst l, so stark angepreßt wird,
daß sie den L'tcrstulp unmittelbar fest an die Kastenwand drückt,
wodurch diese Niederung in eine eigentliche Wurstlicderung über-
geht, und derStulp » dient dann nur dazu, daß sich nicht unmit-
telbar die Wlrst an den Kastenwänden abnützen kann. Vei der
eigentlichen Ctulpliederung soll jedoch das Anpressendes Stul-
pes gegen die Nand nur durch die gepreßte Luft selbst geschehen, was
von großem Xortheil ist, weil dabei die Reibung des Kolbens beim
Rückgänge, w> kein Luftdruck darauf Statt findet, sehr gering wird;
zwar muß die rückgängige Bewegung des Kolbens gewöhnlich durch
sei,» eigenes Gewicht erfolgen, welches zu dem Ende mit aufgeleg-
ten Veschwerulgen zur entsprechenden Größe vermehrt wird, allein
desto mehr Wderstand hat sodann die Velriebstraft beim Aufgange
des Kolbens zi überwinden. Die reine Stulpliederung, um nicht
»«indlässig zu eyn, fordert indessen eine sehr genaue Arbeit, die
bei den hölzemen Kolben und Seitenwänden kaum zu erreichen,
und noch schw-rer beständig zu erhalten ist, weil das Hol; bei den
verschiedenen Seuchtigkeitszuständen der Luft unvermciVlich mehr
cter weniger schwinden muß. Vei den Kastengebläsen scheint dem-
nach diese unN.'lltcmmmc 2tulpliedcru»g ein nothwendiges Nebel zu
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen