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nungen scheint demnach für die in Rede stehenden Gebläse die
entsprechendste Art zu seyn, da sie einfach ist, wenig Reibung ver-
ursacht, und einen gleichförmigen Nind gibt; sie ist zugleich jene
Vorrichtung, die jetzt bei uns am meisten in Gebrauch steht. Vei
der Zahnbewegung auf gewöhnliche Art muß der Kclben gleich die
volle Geschwindigkeit annehmen, unl zuletzt >.'en der vollen Geschwin«
digteit sogleich in die entgegengesetzte Vewegung übergehen, wie der
letzte Zahn ausläßt. Dadurch wird Anfangs durch den Angriff des er-
sten Zahnes ein Stoß, und zuletzt beim Auslässen des letzten Zahnes
ein Schnellen des Wagbaltcns oder der Welle veranlaßt. Um die-
ses zu vermeiden, bringt man an jedem der Zahnsegmcnten-Räter
1 Fig. 12 und 13 Strcichtatzen l' an, denen bei jedem Quadran-
ten 8 ein Arm l, so entgegengestellt ist, daß dieser von der Streich-
tatze etwas früher erfaßt wird, bevor der erste Zahn angreift, wo-
durch der Stoß desselben vermieden, die Kolbenbewegung allmählig
begonnen wird; und um beim Auslassen des letzten Zahnes das
Schnellen zu vermeiden, gibt man diesem Zahn !< selbst die Ge-
stalt des letzten Theils einer Streichtatze, und zwar so geformt, daß
zuletzt der Kolben noch einen Augenblick gehalten aber nicht mehr
bewegt wird, wodurch die Spannung der Luft über dem Kolben
fast verschwindet, bevor dieser Zahn ausläßt, mithin lein Schnel-
len eintreten kann. Dieser letzte Zahn eines jeden Zahnscgmentcn-
Rades ist seiner eigenen Gestalt wegen, und besonders »vcil er am
meisten zu leiden hat, folglich am ersten zu Grunde geht, nicht gleich
den übrigen Zähnen mit angegossen, sondern von Schmiedeisen mit
verstähltcr Vahn gefertigt separat emgtsctzt. Ebenso pstegt man
den letzten Zahn o im Quadranten der Wagbaltcn separat einzu»
setzen, damit er bei seiner im Vergleich zu den übrigen Zahnen fcü«
Hern Abnützung ausgewechselt, alles Uebrige aber beibehalten werlcn
tann. In diesen eigens eingesetzten Zähnen liegt zugleich ein leich-
tes Mittel, das Fürcinantergreifen der Kolben bei ihrem Aufgange
genau reguliren zu können.
Wenn ein durch Verzahnung bewegtes Gebläse aus drei Kästen
besteht, so ist jedes Zahnsegmcntrad auf zwei Drittel seines Umfan-
ges mit Zähnen versehen, während bei zwei Kästen nur der halbe
Umfang Zähne erhält. Dadurch wird bezweckt, daß bei drei Käitcn
Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Title
- Gemeinfaßliche Darstellung der Stabeisen u. Stahlbereitung in Frischherden
- Subtitle
- in den Ländern des Vereins zur Beförderung und Unterstütztung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich, dem Lande ob der Enns und Salzburg
- Author
- Peter Tunner
- Publisher
- C. Tanzer'schen Schriften
- Location
- Graz
- Date
- 1846
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 11.09 x 19.47 cm
- Pages
- 540
- Keywords
- Stahlindustrie, Stahlwirtschaft
- Categories
- Geschichte Historische Aufzeichnungen